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Sagem erwägt den Verkauf seiner Handy-Sparte

04.04.2006 | 16:22 Uhr |

Obwohl der französische Mobilfunkhersteller Sagem im 3. Quartal dieses Jahres sowohl seinen Umsatz wie auch den Gewinn vor allem aufgrund der guten Verkaufszahlen im Handy-Geschäft deutlich steigern konnte, erwägt der Mutterkonzern Safran offensichtlich den Verkauf seiner auf einen Wert von 200 Millionen Euro geschätzten Mobilfunksparte. Es sind in erster Linie unabhängige Branchenanalysten, die auf lange Sicht nur wenig hoffnungsvolle Töne für Sagem auf dem Mobilfunkmarkt anstimmen. Zudem fehlt dem französischen Hersteller die so genannte kritische Größe, um auf diesem Markt bestehen zu können: Die Franzosen erreichen weltweit einen Marktanteil von nicht einmal zwei Prozent, während die fünf ?Großen? ihre Anteile immer weiter ausbauen können. Daher betonte Safran-Chef Jean-Paul Béchat erst kürzlich in einem Interview, es gäbe keinen strategischen Willen, diese Aktivitäten um jeden Preis zu halten. Man wolle sich stattdessen in die lukrativen Kerngeschäfte wie Rüstung und Luftfahrt "zurückziehen".



Es besteht zur Zeit allerdings ? anders als seinerzeit bei Siemens - aufgrund der guten Geschäftszahlen kein Druck, die Handy-Sparte so schnell wir möglich abzugeben. Möglicherweise wird der Übergang, ähnlich wie bei Alcatel, schleichend vollzogen: auch Safran ist vor einigen Monaten eine Kooperation mit einem chinesischen Handy-Hersteller eingegangen, in diesem Fall Ningbo Bird, was sich mit der Zeit zu einer kompletten Übergabe entwickeln könnte. Alcatel hatte im April vergangenen Jahres nach vielen Spekulationen angekündigt, sein Handygeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Elektronikkonzern TCL zu überführen.

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