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Statistik und Data Mining rücken zusammen

20.09.2007 | 10:21 Uhr |

Die nächste Version des Statistik-Klassikers SPSS bietet Entwicklern und Modellierern neue Optionen und schafft eine einheitliche Versionierung.

Mit SPSS 16.0 setzt ihr Anbieter SPSS die Kopplung zwischen seinem Data-Mining-Produkt " Clementine " und dem Statistik-Server fort. Bindeglied sind die "Predictive Enterprise Services" (PES). Diese umfassen ein Repository und Software zur gemeinsamen Verwaltung von Analyseprozessen (Streams, Modelle, Output) aus Clementine, SPSS oder auch von Produkten von Drittanbietern wie SAS Institute (siehe auch " SPSS erweitert seine Predictive-Analytics-Plattform "). Laut David Hinrichsen, Vice President Sales, wurde nun gegenüber der Vorgängerversion SPSS 15.0 die Schnittstelle zu den weiterhin separat vermarkteten PES nochmals verbessert. Ziel sei es gewesen, dass Statistiker externe Data-Mining-Modelle für "Predictive Analytics" und andere Analyseinformationen bei ihrer Arbeit möglichst komfortabel und schnell nutzen können, sagte der Manager gegenüber der COMPUTERWOCHE. Zudem können SPSS-Nutzer die Management-Funktionen in PES auch für ihre eigene Inhalte nutzen. "Data Mininig ist heute so verbreitet, dass auch Statistiker damit arbeiten wollen. Ich könnte mir daher vorstellen, dass es Anwender begrüßen, wenn Clemetine und SPSS zu einem Produkt verschmelzen würden".

Erstmals trägt SPSS auch auf allen Betriebssytemen die gleiche Versionsnummer und bietet unter Mac-OS X, Windows und Linux den gleichen Funktionsumfang. Bislang konnten Windows-Anwender Version 15 nutzen, während sich Mac-Besitzer mit Version 13 begnügen mussten. Die Gründe hierfür sieht Hinrichsen darin, dass es zum einen bisher an einer Nachfrage bei Kunden gefehlt hatte beziehungsweise sich die Arbeiten an SPSS diesbezüglich hinzogen.

SPSS 16.0 bietet ferner eine überarbeitete Benutzeroberfläche, die der Hersteller komplett in Java entwickelt hat. Sie soll sich von Java-Entwickler einfacher auf ihre Bedürfnisse anpassen lassen und grundsätzlich die Arbeit mit Daten erleichtern. Neue Module wie das SPSS Neural Networks erweitern die Analyseoptionen der Software: Über die "SPSS Programmability Extension" von SPSS 16.0 können Entwickler auch mit Python und der vor allem von Wissenschaftlern genutzten Statistiksprache "R " entwickeln. SPSS bietet hierfür Plug-ins auf seiner Website SPSS Developer Central, wo sich auch ein Software Development Kit für die Entwicklung eigener Plugins findet. SPSS unterstützt zudem in der neuen Version auch Unicode-Daten und erleichtert damit den Datenaustausch zwischen verschiedenen Sprachversionen. SPSS 16.0 kommt Ende des Monats zunächst in englischer Sprache auf den Markt. Die Preise beginnen bei 619 Dollar. Zum Jahresende soll eine deutsche Version verfügbar sein. ( Computerwoche )

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