Internet

SPD will Telekoms (V)DSL-Drosselungspläne stoppen

Mittwoch, 24.04.2013 | 14:01 von Panagiotis Kolokythas
Netzwerkneutraltität in Gefahr
Vergrößern Netzwerkneutraltität in Gefahr
© istockphoto.com/Petrovich9
Die SPD hat sich nun zu der Ankündigung der Deutschen Telekom geäußert, die (V)DSL-Zugänge künftig ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln. Die SPD will dieses Vorhaben per Gesetz stoppen.
Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert die Telekom-Pläne für die Breitband-Drosselung. "Die Ankündigung einer möglichen Drosselung von Breitbandzugängen und die Privilegierung von eigenen Angeboten belegt den gesetzgeberischen Handlungsbedarf zur Sicherung der Netzneutralität", so Klingbeil und er fügt hinzu, dass das aktuelle Vorhaben die "Netzneutralität massiv" gefährde. Nun räche sich, dass die Regierungskoalition bei der Sicherung der Netzneutralität allein auf den Markt setzen wollte.

Die Deutsche Telekom hatte am Montag die Einführung einer Breitband-Drosselung bei (V)DSL- und Flatrates angekündigt. Je nach genutzter (V)DSL-Geschwindigkeit soll die Übertragungsgeschwindigkeit je nach bereits übertragenem Datenvolumen - etwa 75 GB bei DSL 16 Mbit/s - auf lediglich 384 Kbit/s gedrosselt werden. PC-WELT hat zu diesem Thema aktuell Stellung bezogen .

Auch die SPD sorgt sich angesichts der Telekom-Pläne um die Netzneutralität, schließlich könnte die Breitband-Drosselung dazu führen, dass die von der Telekom selbst angebotenen Dienste privilegiert behandelt werden. So hat die Deutsche Telekom beispielsweise angekündigt, dass durch Entertain verursachtes Datenvolumen nicht berücksichtigt werden soll.

Die SPD-Bundestagsfraktion, so Klingbeil, fordert die schwarze-gelbe Koalition und die Bundesregierung dazu auf, die Netzneutralität gesetzlich festzuschreiben. Im Regierungsprogramm der SPD sei eine solche gesetzliche Verankerung der Netzneutralität bereits enthalten. Klingbeil: "Die SPD-Bundestagsfraktion wird jetzt eine erneute parlamentarische Initiative auf den Weg bringen, um Netzneutralität und Diskriminierungsfreiheit dauerhaft zu sichern."

Mittwoch, 24.04.2013 | 14:01 von Panagiotis Kolokythas
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
1757580