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SP 2: So funktioniert der neue Datei-Blocker im IE

16.08.2004 | 16:11 Uhr |

Nach der Installation des SP 2 für Windows XP macht sich ein neues Feature im Internet Explorer bemerkbar. Sobald eine Datei mit dem Internet Explorer heruntergeladen wird. Wir erklären Ihnen, wie Microsoft dieses Feature implentiert hat und warum es nur auf mit NTFS-Partitionen funktioniert.werden soll, dann erscheint ein Warnhinweis, ob der Anwender wirklich diesen Downloadwünscht. Erfolgt der Download, dann erhält die Datei eine Markierung.

Nach der Installation des SP 2 für Windows XP macht sich ein neues Feature im Internet Explorer bemerkbar, das vielen Free- und Shareware-Entwicklern Kopfzerbrechen bereitet. Sobald eine Datei mit dem Internet Explorer heruntergeladen werden soll, erscheint ein Warnhinweis, ob der Anwender wirklich diesen Download wünscht. Erfolgt der Download, dann erhält die Datei eine Markierung.

Besitzt die Datei keine digitale Signatur, wird der Anwender darüber informiert und erneut vor den Gefahren des Starts einer solchen Datei gewarnt. Eine solche digitale Signatur kostet Geld - rund 200 US-Dollar pro Jahr. Einen Betrag, den sich vor allem kleinere Entwickler nicht leisten können oder wollen. Wegen genau dieser Dateimarkierung befürchten allerdings die Programmierer auch, dass viele Anwender erst gar nicht den Download installieren. Im Falle eines Shareware-Programms würde dies zu Umsatzeinbußen führen.

Fraglich ist, wie auch unerfahrene Anwender reagieren, wenn Sie beispielsweise den Alternativ-Browser Firefox mit dem Internet Explorer herunterladen. Schreckt sie vielleicht der Warnhinweis ab?

PC-WELT hat sich diese Dateimarkierungen genauer angeschaut. Microsoft hat dieses Verfahren mittels NTFS-Streams gelöst. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Features des NTFS-Dateisystems.

Wird eine Datei auf einem NTFS-Laufwerk geschrieben, dann kann sie aus mehreren Streams, also Unterbereichen, bestehen. Jeder dieser Bereiche ist getrennt ansprechbar. Sichtbar ist allerdings nur einer dieser Streams, der Standard-Stream. Die restlichen Streams bleiben dem Anwender verborgen.

Wenn Sie nun beispielsweise eine ausführbare Datei aus dem Internet herunterladen, dann wird diese wie bisher auch auf der Festplatte abgespeichert. Im Explorer hat sie die "echte" Größe. In Wirklichkeit speichert der Internet Explorer aber nicht nur die Datei ab, sondern versteckt auch einen Stream. In diesem unsichtbaren Teil wird als zusätzliche Informationd die Zone abgespeichert, aus der die Datei stammt.

Diese Zusatzinformationen bleiben verborgen - normalerweise. Mit dem Gratis-Tool Streams.c von SysInternals können Sie aber diese Informationen wieder sichtbar machen. Rufen Sie das Tool mit "Streams [Dateiname]" auf. Das Ganze funktioniert wie bereits erwähnt nur auf NTFS-Partitionen, weil nur diese Streams unterstützen. Der Stream wird erst gelöscht, wenn die Datei einmal gestartet wurde oder im Datei-Eigenschaftsmenü der Button "Zulassen" unter Sicherheit gedrückt wird.

Mit dem Tool "Streams.c" können Sie aber auch mittels Schalter (-d) die Markierung löschen. Die Zonen-Information einer Datei lässt sich auch über einen Editor, beispielsweise Notepad, anzeigen. Wechseln Sie in der Kommandoumgebung in das Verzeichnis, in dem sich die Datei befindet.

Geben Sie dann die Zeile "notepad [Dateiname]:Zone.Identifier" ein (ohne Anführungszeichen) ein. Wenn Sie jetzt die beiden Textzeilen entfernen und die Datei abspeichern, dann lässt sich die Programmdatei ohne den Warnhinweis starten.

Alternative: Die Datei wird auf ein Nicht-NTFS-Laufwerk übertragen und anschließend wieder zurückkopiert. Oder die Datei in der Kommandozeile mit "cmd /c [Dateiname]" aufrufen.

Eine weitere Alternative: Wer sich aller Warnhinweise zum Trotz bis zur Installation des Firefox oder eines anderen Browsers durchschlägt, der braucht sich über die Dateiblockierung des IEs nicht mehr ärgern. Einen echten Schutz bietet dieses Feature eh nicht, wie bereits hier beschrieben. Microsoft scheint es wohl nur als Gedächtnisstütze integriert zu haben. Immerhin wissen Sie auch noch nach Monaten, dass die Datei, die Sie aufrufen, aus dem Internet stammt.

SP2: Software und Spiele die Probleme machen (PC-WELT Online, 16.08.2004)

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