23.11.2006, 12:05

Christian Löbering

SOA trifft das Web 2.0

Auf einer Fachkonferenz in Mainz stellten US-amerikanische Experten das Zusammenwachsen von Service-orientierten Geschäftsanwendungen mit Elementen des Web 2.0 in den Mittelpunkt.
"Der Hype ist vorüber. SOA ist Realität." Dieses Resümee zog der unabhängige Analyst Wolfgang Martin, Vorsitzender des jährlich von IIR Technology veranstalteten SOA-Kongress. Tatsächlich berichtete eine ganze Reihe bekannter Unternehmen von ihren Erfahrungen mit Service-orientierten Architekturen, darunter Daimler-Chrysler, die Schweizer Großbank Credit Suisse, Fiducia IT und der schottische Versicherungskonzern Standard Life. Unter dem Motto: "Mit SOA zum adaptiven Unternehmen" unterstrich Martin einmal mehr die Bedeutung einer konsequenten Ausrichtung an Geschäftsprozessen: "Geld und Wettbewerbskraft stecken in den Prozessen." Die technische und organisatorische Infrastruktur für Prozessorientierung bilde eine Service-orientierte Architektur: "Ohne SOA geht es nicht."
Doch während viele einschlägige Projekte angelaufen sind, zeichnen Analysten schon die nächsten Zukunftsszenarien. Unter dem Schlagwort Service-oriented Business Applications (Soba) beschrieb Ronald Schmelzer vom US-amerikanischen Analyse- und Beratungshaus Zapthink, wie sich klassische Geschäftsanwendungen weiterentwickeln könnten. Nicht mehr das Erstellen von Services sondern das Konsumieren derselben stehe künftig im Mittelpunkt. Das schließe auch Dienste aus externen Quellen ein, wie sie im Zuge von Web 2.0-Anwendungen immer häufiger entständen. Schmelzer benutzte dafür den Begriff "Enterprise Mashup" und entwarf zugleich eine kühne Vision: Im Zeitalter des Web 2.0 kombinierten Fachanwender dereinst ihre eigenen Business-Anwendungen aus internen und externen Services. Solche "Adhoc Applications" würden durch neue Entwicklungen wie die Rich-Client-Technik Ajax (Asynchronous Javascript and XML) entscheidend erleichtert.
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