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SOA-Plattform der Post schlüpft unter das Dach von Eclipse

15.05.2007 | 09:46 Uhr |

Die Deutsche Post bringt ihr SOA-Framework Sopera in das Open-Source-Projekt Eclipse ein.

"Die Einbindung in eine der weltweit größten Open-Source-Communities erzeugt Skaleneffekte in Bezug auf die Weiterentwicklung und Innovationsgeschwindigkeit der existierenden Plattform", erklärte Johannes Helbig, CIO des Unternehmensbereichs Brief. Ende Februar hatte die Post angekündigt, ihre eigenentwickelte SOA-Plattform unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar zu machen . Man wolle damit die Eintrittsschwelle für SOA senken, hatte Helbig die Entscheidung begründet. Ziel sei es, Post-Kunden den Einstieg in Service-orientierte Architekturen zu erleichtern, ohne selbst zum Softwareanbieter zu werden. Wartung, Support und Schulungen offeriert die eigens dazu gegründete Sopera GmbH mit Sitz in Bonn.

Als Board-Mitglied der Eclipse Foundation übernimmt der IT-Dienstleister der Post künftig eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der Plattform. Damit ist auch die Frage nach der Lizenzierung beantwortet. Sopera werde das Runtime Framework Stück für Stück unter die Eclipse Public License (EPL) stellen, erläuterte Geschäftsführer Ricco Deutscher. Unter dem Dach von Eclipse gehe es darum, "eine quelloffene, modulare und standardbasierende SOA-Plattform als Teil eines zukünftigen Open-Source-Stacks zu etablieren". Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation, begrüßte den Schritt. Er verwies auf die mehr als fünfjährige Erfahrung der Post mit ihrer SOA-Plattform, die nun in das Eclipse-Projekt einfließen könne: "Wir freuen uns zudem über die Entscheidung von Sopera, dem Eclipse Board als Strategic Developer Member beizutreten."

Die Plattform des Logistikkonzerns firmiert in der Open-Source-Community unter dem Namen SOA Runtime Framework . Dabei handelt es sich im Prinzip um einen erweiterten Enterprise Service Bus (ESB) , der zahlreiche Integrations-, Messaging- und Verwaltungsaufgaben einer Service-orientierten Architektur übernimmt. Andere Open-Source-Komponenten und Produkte kommerzieller Anbieter lassen sich als Plug-ins in das Framework einklinken.

Das ursprünglich für die Java Enterprise Edition (Java EE, früher J2EE) entwickelte System soll bis Juni auch für Microsofts .NET-Framework verfügbar sein. Sopera greift für die Portierung auf die Windows Communication Foundation (WCF) von .NET 3.0 zurück. Als Freeware ist das SOA-Framework bereits seit dem 29. März nutzbar. Ende des Jahres will Sopera eine komplette Distribution mit zugehörigen Dienstleistungen anbieten. Mehr zum Thema Service-orientierte Architekturen finden Sie im SOA-Expertenrat der COMPUTERWOCHE. (wh)

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