Mobilfunk

SMS-Nachfolger Joyn kommt im Sommer

Dienstag den 28.02.2012 um 12:12 Uhr

von Benjamin Schischka

Der SMS-Nachfolger: Joyn
Vergrößern Der SMS-Nachfolger: Joyn
© Telekom
Die SMS ist tot, es lebe Joyn? Zumindest wenn es nach den Providern Telekom, Vodafone und O2 geht. Der SMS-Nachfolger soll sogar noch dieses Jahr starten.
Schon vor einiger Zeit haben drei große deutsche Mobilfunk-Provider ihre Pläne des SMS-Nachfolgers RCS-e offengelegt . Der Umsatz mit SMS befindet sich auf dem absteigenden Ast. Darum wollen Telekom, Vodafone und O2 einen Nachfolger entwickeln, der nicht nur Textnachrichten, sondern auch den Versand von Videos, Bildern und Dateien erlaubt. Anwender sollen die momentane Internetverbindung ihrer Gesprächspartner sehen können und anhand der Infos beispielsweise das Verschicken großer Daten auf später verschieben können, wenn die Verbindung beider besser ist.

RCS-e steht für Rich Communication Suite enhanced. Der unhandliche Name wurde nun auf dem Mobile World Congress in Barcelona in „Joyn“ geändert . Das gab die Industrievereinigung der internationalen Mobilfunkanbieter GSMA bekannt. Ab dem Sommer 2012 soll Joyn auf „jedem mobilen Endgerät als Basisfunktionalität zur Verfügung“ stehen. Mit Joyn werde das Telefonbuch des Handys intelligenter, verspricht die Telekom. Joyn soll aber über Netzbetreibergrenzen hinweg funktionieren und weder Installation noch Log-in benötigen.

Telekom-Chef René Obermann gibt weitere Details über Joyn bekannt:
„Kunden müssen sich zum Beispiel keine Gedanken mehr machen, welche ihrer Kontakte welchen Nachrichtenübermittlungsdienst nutzen und wer wie am besten zu erreichen ist. Wir werden erste Endgeräte im Sommer in Deutschland auf den Markt bringen. Über Software-Updates oder entsprechenden Apps können Bestandskunden ihr Smartphone für die Zukunft fit machen."

Joyn-fähige Geräte sollen ein gelbes Logo mit dem Schriftzug „joyn“ erhalten. Erste kompatible Geräte sollen schon verkauft worden sein. Wer Joyn noch nicht hat, soll sich das Feature als App auf sein iPhone oder Android-Smartphone laden sollen.

Statt „smsen“ können User also in Zukunft „joynen“. Was halten Sie vom Konzept? Ist Joyn ein würdiger Nachfolger der SMS oder ist Joyn angesichts von E-Mail und Skype unnötig?

Dienstag den 28.02.2012 um 12:12 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • whisky 20:17 | 29.02.2012

    Das Ding läuft hingegen permanent, ob man es braucht/will oder nicht


    Darum mag ich Android - Denkfehler der großen Hersteller können selbst ausgebessert werden

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  • kalweit 20:11 | 29.02.2012

    Zitat: whisky
    genau wie die anderen Dienste eine weiter akkufressende App auf dem Handy sein


    Eine App kann man abschalten. Das Ding läuft hingegen permanent, ob man es braucht/will oder nicht.
    :fire:

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  • whisky 18:31 | 29.02.2012

    Smartphone mit Android OHNE weitere App eine MMS zu versenden?


    Wer behauptet den sowas?
    Der Tot von MMS waren von Anfang an die Kosten

    oder besser gesagt eine längst überfällige Bündelung von Einzelfunktionen in einer Anwendung.


    Das können wie gesagt einige Apps - und auch Joyn wird das nicht erleichtern sondern genau wie die anderen Dienste eine weiter akkufressende App auf dem Handy sein

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  • ign 18:27 | 29.02.2012

    Der Hinweis auf die MMS ist sehr gut: schon mal probiert mit einem Smartphone mit Android OHNE weitere App eine MMS zu versenden? Ja? Genau, geht nicht. Dafür und für weitere Funktionen werden App neben App neben App benötigt, die die Arbeitsspeicher der Smartphones in die Knie zwingen. JOYN verbindet diese Funktionen wieder und die Phones können ent-appt werden und andere Funktionen haben wieder mehr Rechenleistung zur Verfügung.

    Wenn man nicht nur den Artikel hier zu Rate zieht, sondern auch andere Pressemitteilungen z.B. rund um die WMC, stellt man fest, dass es Äußerungen seitens der Provider gibt, dass die Übertragung von Daten per JOYN, die ja über das Internet erfolgt, in den Flat-Preisen enthalten sein soll. Wer keine Flat hat, wird dann wohl für den Traffic zahlen müssen, wobei der gemeine Smart- und iPhone - Besitzer i.d.R. eine Flat hat, da die Geräte ja sonst überhaupt keinen Sinn machen. Das entspricht dann wieder der alten Regel, dass man entweder ein SMS-Paket oder eine SMS-Flat hat und wenn nicht, wird die SMS einzeln abgerechnet. Es ändert sich aus meiner Sicht nicht viel, lediglich die Funktionen werden deutlich aufgebohrt und man muss sich keine Gedanken darüber mehr machen, ob das Gegenüber wirklich WhatsApp, Skype, ICQ, etc hat.
    Ich denke, wenn JOYN das kann, was es verspricht zu können, dann ist das ein enormer Fortschritt - oder besser gesagt eine längst überfällige Bündelung von Einzelfunktionen in einer Anwendung.

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  • Il Tedesco 12:25 | 29.02.2012

    Die Notwendigkeit dieser neuen Wundertüte erschließt sich mir auch noch nicht so richtig. Schließlich gibt es schon genug leistungsfähige Messaging-Dienste. Viele von denen sogar weitgehend kostenlos - siehe eMail usw.

    Warum fragt sich eigentlich niemand, was der neue Service denn kosten soll? Im Artikel steht doch eindeutig: "Der Umsatz mit SMS befindet sich auf dem absteigenden Ast. Darum wollen Telekom, Vodafone und O2 einen Nachfolger entwickeln, ...". Das sollte doch schon alle Alarmglocken läuten lassen.

    Btw.: Was ist eigentlich aus der MMS geworden? Dank unverschämter Preise seitens der Provider schon fast in der Versenkung verschwunden.

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