221430

Jugend spioniert Partner per Handy aus

08.12.2009 | 10:50 Uhr |

Mithilfe von Mobiltelefonen und Internet können Beziehungspartner heute nicht nur jederzeit in Kontakt bleiben, sie eröffnen ihnen auch völlig neue Möglichkeiten, den geliebten Menschen ohne sein Wissen auszuspionieren.

Dass vor allem die technikbegeisterte jüngere Generation zunehmend Gebrauch von derartigen Spionagetricks macht, beweist eine aktuelle Untersuchung, die das US-Musiksendernetzwerk MTV gemeinsam mit Associated Press durchgeführt hat. Demnach sind 22 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in einer Beziehung der Meinung, dass ihre Partner zu oft das Handy oder Web nutzen, um den anderen zu überprüfen.

Der vorgelegten Ergebnissen der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.247 US-amerikanischen Jugendlichen zufolge soll statistisch gesehen mittlerweile bereits rund jeder Vierte schon mindestens einmal das Handy seines Freundes oder seiner Freundin dazu verwendet haben, um ohne Wissen und Einwilligung des Beziehungspartners dessen Textnachrichten zu kontrollieren. Mehr als zehn Prozent der Befragten gaben zudem an, dass ihr Gegenüber ausdrücklich das persönliche Passwort für Online-Dienste verlange, um ihnen besser nachspionieren zu können.

Fehlendes Vertrauen als Grundproblem

"Grundproblem für das Ausspionieren des eigenen Beziehungspartners ist fehlendes Vertrauen. Diese Problematik hat es zwar immer schon gegeben, durch neue Kommunikationstechnologien wie Internet und Handy haben sich aber in dieser Hinsicht viele völlig neuartige Kontrollmöglichkeiten aufgetan", erklärt Torsten Milsch, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Betreiber des Online-Beratungsportals Beziehungsdoc.de http://www.beziehungsdoc.de , gegenüber pressetext.

Ein übersteigertes Kontrollbedürfnis und Eifersucht seien immer auch Ausdruck für mangelndes Selbstvertrauen. "Dies betrifft vor allem die jüngere Generation, die mit Web und Handy in einer Zeit aufwachsen, in der die Möglichkeiten für Lug und Betrug in einer Beziehung größer sind als jemals zuvor. Hinzu kommt der Umstand, dass den Menschen im Internetzeitalter derart viele Chancen geboten werden, den idealen Partner zu finden, dass der aktuelle Gegenüber praktisch permanent in Angst leben muss, ersetzt zu werden", erläutert Milsch.

Aufklärungskampagne "A Thin Line"

Ausgangspunkt für die aktuell zu Tage geförderten Erkenntnisse ist eine Forschungsarbeit zum Thema "Digital Abuse", die sich unter anderem mit Phänomenen wie "Cyberbullying" oder "Sexting" auseinandersetzt. Um vor allem die jüngeren Nutzer besser über Risiken und Gefahren aufzuklären, die durch die rasante Verbreitung des Internets und den technologischen Fortschritt auf dem Mobilfunksektor entstanden sind, hat MTV kürzlich die Aufklärungskampagne " A Thin Line " gestartet. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
221430