24.01.2012, 10:23

Friedrich Stiemer

SMS-Flaute

Deutsche Mobilfunk-Provider planen Alternative zu WhatsApp

RCS-e soll den großen Netzbetreibern wieder mehr Absatz bei Kurznachrichten einbringen.

Der Umsatz mit SMS (Short Message Service) befindet sich auf dem absteigenden Ast. Drei große Provider möchten nun einen alternativen Dienst zu den weit verbreiteten Instant-Messengern auf den Markt bringen.
Die drei Mobilfunk-Unternehmen Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) planen einen gemeinsamen Messenger, um den sinkenden SMS-Absatz zu kompensieren. Einzig der Provider E-Plus ist bei dieser Initiative nicht mit von der Partie. Laut dem Focus soll der Dienst noch im Frühjahr 2012 auf den Markt kommen. Auf diese Weise wollen die Telekommunikations-Riesen Drittanbietern wie WhatsApp oder ChatOn ein Schnippchen schlagen.

Eigener Messaging-Dienst anstatt Apps von Drittanbietern

Der vom Branchenverband GSMA entwickelte Nachrichten-Service trägt den Namen „Rich Communication Suite enhanced“ (RCS-e) und ermöglicht den Austausch von Textnachrichten, Video, Bildern und Dateien. Eine Besonderheit soll die Anzeige sein, ob ein Kontakt im Adressbuch derzeit über eine schnelle mobile Internetverbindung verfügt, um größere Dateien oder Videos zu empfangen.
Gegenüber dem Focus erklärt ein Vodafone-Sprecher: „Im Gegensatz zu vorhandenen Messaging-Diensten müssen sich die Kunden der Netzbetreiber, die RCS-e anbieten, keine Gedanken mehr machen, welche Kontakte welchen Messenger nutzen und wer wie am besten zu erreichen ist.“
SMS-Absatz sinkt stetig
Der Umsatz mit Kurznachrichten sank in den Jahren 2006 bis 2011 von 3,8 Milliarden Euro auf 2,8 Milliarden Euro. Dieser Trend wird wohl weiterhin anhalten, da die Nutzer lieber auf günstigere beziehungsweise kostenlose Alternativen wie WhatsApp oder den Facebook-Messenger ausweichen. Hier findet der Austausch nämlich über das Internet statt und es erfolgt keine Abrechnung jeder einzelnen Nachrichten wie bei den SMSen oder MMSen. Und da der Großteil der Smartphone-Besitzer auch über eine mobile Internetflatrate verfügen, erweisen sich diese Dienste als attraktiver Mehrwert.
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