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SMS-Betrüger locken mit Gewinnversprechen

25.11.2015 | 14:16 Uhr |

Unseriöse Datensammler arbeiten mit allerlei Tricks, um an möglichst viele persönliche Daten zu kommen. Sie locken etwa mit vorgeblichen Einkaufsgutscheinen und Apple-Gadgets.

Der Handel mit persönlichen Daten ist ein lukratives Geschäft und so ist es kaum verwunderlich, wenn sich in diesem Bereich auch allerlei zweifelhafte Gestalten tummeln. Gewinnspiele haben nicht erst im Internet-Zeitalter meist nur einen Zweck: Daten sammeln. Ob außer den Datensammlern und ihren Abnehmern jemand etwas gewinnt, ist nicht immer sicher. Das Bochumer Sicherheitsunternehmen G Data ist einem Fall nachgegangen, der mit einer SMS begonnen hat, in der ein Einkaufsgutschein über 500 Euro als vermeintlich sicherer Gewinn lockte.

Sabrina Berkenkopf schildert im Blog des Unternehmens ausführlich, wie der versprochene "gratis Einkauf" zu einem Geflecht teils dubioser Firmen führt, die wenig Neigung an den Tag legen die versprochenen Gewinne auch auszuschütten. Die Sicherheitsforscher haben den Köder zum Schein geschluckt und die Verfolgung der Spur aufgenommen. Der Link in der SMS soll nach "gratis klicken" zum "gratis einkaufen" führen.

Einkaufen soll der vermeintliche Gewinner des Gutscheins über 500 Euro bei einer namhaften Supermarktkette, die sich in einer Pressemitteilung und in ihren Facebook-Auftritt bereits von dieser Kampagne distanziert hat. Dabei handelt es sich nur um ein Beispiel – die Namen diverser anderer Handelsunternehmen sind ebenfalls bereits als Köder missbraucht worden. Das gilt auch für Apple, dessen Produkte im Laufe der vierstufigen Kampagne als zusätzlicher Gewinn hinzu kommen. Der Wert des vorgeblichen Gewinns steigt somit auf weit über 1000 Euro.

G Data nennt Daten das "Öl des 21. Jahrhunderts" und verweist darauf, dass der vermeintliche Gratis-Einkauf in jedem Fall zu bezahlen ist – mit den persönlichen Daten. Der Weitergabe seiner Daten, darunter etwa auch das Geburtsdatum, an diverse "Partner"-Firmen stimmt der Gewinnspielteilnehmer durch seine Teilnahme zu. Zu diesem Partnernetzwerk, das G Data aufdröselt, gehören etliche internationale Firmen, über die im Web bereits zahlreiche Beschwerden betroffener Verbraucher zu finden sind.

Der Blog-Beitrag endet schließlich mit einer Reihe Verhaltenstipps, wie man sich vor Datensammlern und Betrügern schützen kann. Dazu gehört die Grundregel mit den eigenen Daten im Netz äußerst sparsam und zurückhaltend umzugehen. Es sei zudem fraglich, ob die im Zweifelsfall eher geringe Chance etwas zu gewinnen die Preisgabe umfangreicher persönlicher Daten rechtfertige.

Achtung: Auch via WhatsApp versuchen es Betrüger immer wieder

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