17.09.2007, 08:51

Christian Löbering

SCO stellt Konkursantrag

Die Leidensgeschichte der SCO Group neigt sich möglicherweise ihrem traurigen Ende zu - das Unternehmen hat am Freitag Gläubigerschutz gemäß Paragraph elf des US-Konkursrechts gestellt, nachdem ihm zuvor die Basis seiner Linux-Klagestrategie entzogen worden war.
Die Kunden müssten sich aber keine Sorgen um den Produktsupport machen, beteuerte SCO-Chef Darl McBride. "Wir möchten unseren Kunden und Partnern versichern, dass sie weiterhin für ihren geschäftskritischen Betrieb auf Produkte, Unterstützung und Dienstleistungen von SCO vertraue können", versprach der Chief Executive Officer (CEO).
Dem Aktienkurs von SCO verpasste das Chapter-11-Filing trotzdem noch einmal einen ordentlichen Nackenschlag: Zum Börsenschluss am Freitagnachmittag notierte das Papier um 43 niedriger bei 37 Cent. Ende April war SCO eine Frist von sechs Monaten gewährt worden, seinen Aktienkurs wieder über einen Dollar zu bringen (das Papier notierte seit dem 13. März unter diesem Schwellenwert), andernfalls würde die Aktie von der Nasdaq gestrichen ("Delisting"). Die Marktkapitalisierung von SCO beträgt nur mehr 7,9 Millionen Dollar, wenig mehr als die Hälfte seiner Bilanzsumme vom Ende April abgeschlossenen Quartal.
Ironischerweise könnte als einer der größten Gläubiger von SCO ausgerechnet Novell enden, das von SCO erfolglos wegen Verstoß gegen Urheberrechte mit seinem Betriebssystem Suse Linux verklagt worden war. Ein US-Richter hatte im vergangenen Monat entschieden, Novell stehe ein Teil der knapp 26 Millionen Dollar Lizenzgebühren zu, die Microsoft und Sun an SCO für dessen vermeintliche Intellectual Property gezahlt hatten. SCO hatte gegen diesen Entscheid Berufung eingelegt und angegeben, bei den Zahlungen von Microsoft und Sun gehe es um andere Technik. Richter Dale Kimball verwehrte SCO allerdings eine Schnellentscheidung dazu.
Die Zahlungen an Novell dürfte SCO jedenfalls schwerlich leisten können - seine Bilanz von Ende April weist lediglich noch Vermögenswerte von 18,9 Millionen Dollar aus, von denen sogar nur 13,2 Millionen Dollar in Bar- und vergleichbaren Mitteln vorhanden waren.
Die Vorentscheidung von Richter Kimball hat jedenfalls SCOs Hoffnungen eines Sieges über Novell zunichte gemacht und auch seine Klage gegen die IBM unterminiert - aus Sicht des Armonker Konzern endgültig. (tc)
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