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SBS und Com-Sparte werfen erneut Schatten auf Siemens-Bilanz

09.11.2006 | 11:08 Uhr |

Klaus Kleinfeld muss sich mit seiner Jahresbilanz nicht verstecken: Die Siemens AG konnte unter der harten Hand des Vorstandsvorsitzenden im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn kräftig steigern.

Der Nachsteuergewinn übertraf mit 3,106 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um 38 Prozent. Im vierten Quartal lag der Nettoertrag mit 614 Millionen Euro noch weit deutlicher über dem des Vorjahres (77 Millionen Euro). Allerdings waren im Schlussquartal 2005 hohe Verluste aus dem Handy-Geschäft verbucht worden. Die Einnahmen konnte Siemens im Gesamtjahr auf 87,325 Milliarden Euro steigern - ein Plus von 16 Prozent. Im vierten Quartal gab es lediglich eine Steigerung um acht Prozent auf 23,923 Milliarden Euro.

Zum Unternehmensbereich Communications teilt der Konzern mit, dass die Einnahmen um sieben Prozent auf 13,08 Milliarden Euro stiegen, das Bereichsergebnis aber von 421 Millionen Euro im Vorjahr auf 283 Millionen Euro fiel. Der Restrukturierungsaufwand habe von 113 Millionen auf 393 Millionen Euro zugenommen. Diese Ausgaben konnten die Münchner teilweise durch den Verkauf von Juniper-Aktien kompensieren.

Siemens nahm im Carrier-Geschäft 9,819 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,867 Milliarden) ein. Dieser Unternehmensbereich wird, sofern die europäischen Kartellbehörden voraussichtlich am 13. November ihr Plazet geben, in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ( Nokia Siemens Networks ) eingebracht werden, wobei die Münchner 40 000 Mitarbeiter transferieren wollen. Zum 1. Januar 2007 soll das Joint Venture startklar sein (siehe: Droht ein zweiter Fall BenQ? ). Das Geschäft mit Unternehmenskunden, für das der Konzern noch eine "Lösung" sucht, war mit 3,338 Milliarden Euro leicht rückläufig (Vorjahr: 3,455 Milliarden).

Das vierte Quartal bilanziert der Com-Bereich mit einem Nettoverlust von 82 Millionen Euro gegenüber einem positiven Ergebnis von 57 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ursache seien operative Verluste im Bereich der Unternehmensnetze (Enterprise Networks) sowie ein Restrukturierungsaufwand von 195 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz der Com-Sparte stieg im Schlussquartal um sechs Prozent auf 3,718 Milliarden Euro.

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