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SAP steigert Umsatz und Gewinn - mehr neue Jobs geplant

Europas größter Softwarekonzern SAP kann seine Spitzenposition bei Unternehmensprogrammen erfolgreich gegen Angriffe des US-Wettbewerbers Oracle verteidigen.

Europas größter Softwarekonzern SAP kann seine Spitzenposition bei Unternehmensprogrammen erfolgreich gegen Angriffe des US-Wettbewerbers Oracle verteidigen. Für das zweite Quartal meldete SAP am Donnerstag deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn sowie einen Anstieg des Marktanteils. Die Zahl der Mitarbeiter soll in diesem Jahr um 4500 statt der bisher angekündigten 3000 steigen. Die Börsen zeigten sich allerdings von den Quartalszahlen enttäuscht, weil SAP entgegen den Erwartungen die Jahresprognose nicht erhöhte.

Der Umsatz stieg im zweiten Vierteljahr im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro, teilte Vorstandschef Henning Kagermann in Walldorf mit. Das Ergebnis nach Steuern wurde um 16 Prozent auf 289 Millionen Euro ausgebaut. Bei den Softwarelizenzumsätzen gab es ein Plus von 16 Prozent auf 576 Millionen Euro.

Wachstumstreiber bei den Lizenzerlösen sei erneut das US-Geschäft gewesen, erklärte Kagermann. Im Vergleich zum Vorjahr habe es dort einen Anstieg um 24 Prozent auf 174 Millionen Euro gegeben. Nach eigenen Berechnungen erhöhte SAP den US-Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 41 Prozent steigern. Gerade in den USA versucht Oracle, Marktführer bei Datenbanksoftware, den Abstand zu SAP bei betriebswirtschaftlichen Anwendungen zu verkleinern. Dazu hatte Oracle unter anderem nach einer langen Übernahmeschlacht den Konkurrenten Peoplesoft gekauft.

In Deutschland brachen die Softwarelizenzerlöse dagegen um 13 Prozent auf 93 Millionen Euro ein. Als Grund nannte der Vorstandschef unter anderem verzögerte Kaufentscheidungen der Kunden, die wegen der möglichen Neuwahlen verunsichert seien. SAP rechnet mit einer Erholung des heimischen Marktes in der zweiten Jahreshälfte.

Kagermann bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr, die Lizenzerlöse um bis zu 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2004: 2,4 Milliarden Euro) auszubauen. Weltweit bezifferte SAP den Marktanteil beim Umsatz mit Anwendungssoftware für Unternehmen auf 58 Prozent nach 57 Prozent im ersten Quartal.

Im zweiten Quartal wurden nach Unternehmensangaben 886 neue Mitarbeiter eingestellt und damit die Zahl der Beschäftigten seit Jahresbeginn um fast 1900 auf insgesamt knapp 34.100 gesteigert. SAP-Chef Kagermann hatte zum Jahresbeginn angekündigt, der Walldorfer Softwarekonzern wolle im laufenden Geschäftsjahr 2005 3000 neue Stellen schaffen, davon 600 in Deutschland. Nun wurden insgesamt 4500 Neueinstellungen angekündigt. In Deutschland stieg die Zahl der Mitarbeiter im ersten Halbjahr nur um 166 auf 13.691.

Die Aktie des DAX-Unternehmens verlor nach Vorlage der Quartalszahlen zum Mittag 1,75 Prozent auf 145,00 Euro. "Der verhaltene Ausblick belastet den Kurs, während die Zahlen die Erwartungen übertrafen", sagte ein Händler.

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