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SAP gibt Widerstand gegen Betriebsrat auf

Trotz heftigen Widerstands seitens der Geschäftsführung von SAP wir das Unternehmen nun wohl doch einen Betriebsrat erhalten. Die Prüfung der Rechtslage habe ergeben, dass die geltenden Gesetze keine Möglichkeit zuließen, einen Wahlvorstand zu verhindern, der für die Gründung eines Betriebsrates erforderlich ist. Dies teilte der Konzern am Dienstag in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) mit.

Im Streit um die Gründung eines Betriebsrats bei Europas größter Softwareschmiede SAP hat der Unternehmensvorstand seinen Widerstand aufgegeben. Die Prüfung der Rechtslage habe ergeben, dass die geltenden Gesetze keine Möglichkeit zuließen, einen Wahlvorstand zu verhindern, teilte der Konzern am Dienstag in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) mit. Der Wahlvorstand ist für die Gründung eines Betriebsrates erforderlich.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hätten entschieden, die Wahl eines Betriebsrates für die rund 9000 Mitarbeiter an den Standorten in Walldorf und St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) in die Hand zu nehmen, hieß es weiter.

Bei einer Abstimmung in der Belegschaft hatten sich rund 91 Prozent der Belegschaft in der SAP-Zentrale Walldorf gegen einen Betriebsrat ausgesprochen. Für ein positives Ergebnis wäre aber die einfache Mehrheit erforderlich gewesen. Daraufhin hatten drei Mitarbeiter beim Mannheimer Arbeitsgericht geklagt, um die Gründung eines Betriebsrates bei dem DAX-Unternehmen zu ermöglichen.

Bislang übernehmen die acht Arbeitnehmervertreter im 16-köpfigen SAP-Aufsichtsrat die Funktion eines Betriebsrates bei Europas führendem Softwarehersteller. SAP hat in Deutschland rund 14.000 Beschäftigte, weltweit sind es knapp 35.900 Mitarbeiter.

SAP-Gründer hat kein Verständnis für Streit um Betriebsrat (PC-WELT Online, 13.03.2006)

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