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Russisches Verteidigungsministerium verzweifelt am TOR-System

09.09.2015 | 15:12 Uhr |

Viele Proxy-Server und eine sehr ausgeklügelte Software - so können die Nutzer im Internet anonym bleiben.

Anonymität im Netz ist ein Dorn im Auge der aktuellen Politik der russischen Regierung. Insbesondere der anonymisierte Browser TOR, den es gratis zum Download gibt, macht der Polizei zu schaffen. Ein extra angeheuerter Dienstleister will aktuelle Verträge zur Deanonymisierung von Tor kündigen, da die Aufgabe wohl nicht zu bewerkstelligen ist.

Aktuell arbeitet das russische Verteidigungsministerium zusammen mit dem Forschungsinstitut für Wirtschaft, Informatik und Verwaltungssysteme. Sie gehören zu dem großen Konzern "Rostech". Das Institut übernahm bereits 2013 mehrere Aufträge vom Ministerium, ein Großteil davon wurde nur mit einer Chiffre veröffentlicht, zwei davon - TOR und Chamäleon - hatten zum Ziel, "... die Identitätsfeststellung der anonymen TOR-Surfer und eine Software zum verdeckten Fernzugriff auf die konkreten Rechner" zu bewerktstelligen. Der Wert der beiden Ausschreibungen belief sich auf 24. Mio. Rubel (zu dem damaligen Wechselkurs waren es 600.000 Euro).

Nun bestätigt ein Rechtsanwaltsbüro aus Moskau , das Forschungsinstitut vor Gericht vertreten zu dürfen. Das Verteidigungsministerium verklagt das Institut auf Nicht-Erfüllung der Verträge. Die Entschädigung sollte 20 Mio. Rubel betragen. 

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