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Russischer Transporter ist auf die Erde gestürzt (Update)

08.05.2015 | 08:40 Uhr |

Progress M-27M sollte Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Doch der russische Raumtransporter geriet außer Kontrolle. Update 08.05.: Der Transporter ist auf die Erde gestürzt.

Update 8. Mai:  Progress M-27M ist abgestürzt

Der russische Progress M-27M ist um 04.04 Uhr über dem Pazifik in die Erdatmosphäre eingetreten und verglüht. Es gibt derzeit keine Berichte über Schäden, die durch herabstürzende und nicht verglühte Bauteile verursacht wurden.

Update 7. Mai: Progress M-27M/Progress 59 stürzt einen Tag früher ab

Progress M-27M/Progress 59 gefällt es nicht mehr im All. Kein Wunder, wenn man ständig wie irre um die eigene Achse rotiert. Und so kommt Progress M-27M einen Tag früher runter als zunächst erwartet. Nach den aktuellen Berechnungen der russischen Raumfahrtbehörde soll der Irrläufer am 8. Mai zwischen 00.23 Uhr Uhr und 20.55 Uhr in die Erdatmosphäre eindringen, wie die FAZ berichtet. Es kann aber durchaus passieren, dass Teile, die dabei nicht verglühen, in den Pazifik stürzen.

Update 4. Mai: Absturzdatum und -Ort scheinen festzustehen

Progress M-27M/Progress 59 stürzt vermutlich am 9. Mai (an diesem Tag feiert Russland übrigens den "Tag des Sieges" ) gegen 19.30 Uhr auf die Erde. Er sollte jedoch großenteils in der Erdatmosphäre verglühen. Aber auch die nicht-verglühenden Teile sollten keine Gefahr für Menschen darstellen, weil die Absturzstelle im Atlantik liegt, wie verschiedene Medien berichten.

Update 30. April: Transporter stürzt zur Erde

Die russische Raumfahrtbehörde hat bekannt gegeben, dass der außer Kontrolle geratene Raumtransporter Progress M-27M/Progress 59 nicht mehr an der ISS andocken wird. Die Mission ist gescheitert, der Raumtransporter wird in den nächsten zwei Wochen auf die Erde stürzen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre sollten grundsätzlich keine Trümmer zur Erde stürzen, weil Progress keine Hitzeschutz-Kacheln besitzt und deshalb eigentlich vollständig verglühen sollte. In dem potenziellen Absturzbereich rund um den Globus liegen auch die südliche Hälfte der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Bahn des Irrläufers können Sie auf dieser Webseite verfolgen.

Update Ende

Gestern noch präsentierte Russland stolz seinen neuen – angeblichen – Super-Kampfpanzer T-14 alias Armata. Doch bei der Vorstellung des 55-Tonnen-Monsters wurden kritische Stimmen laut, ob Russland die neue Panzer-Plattform überhaupt bezahlen könne. Angesichts der angespannten Haushaltslage. Diese Zweifel an der Leistungsfähigkeit der russischen Industrie und Technik haben nun neue Nahrung gefunden.

Progress M-27M torkelt durch das All

Denn die russische Raumfahrt, die bisher als vergleichsweise solide gilt, erlebt gerade einen Rückschlag. Der am Dienstag vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einer Sojus-Rakete gestartete unbemannte russische Raumtransporter Progress M-27M torkelt nämlich durch das Weltall, flapsig gesprochen.

Die Sojus-Rakete mit dem ISS Progress 59-Frachtschiff in Baikonur vor dem Start.
Vergrößern Die Sojus-Rakete mit dem ISS Progress 59-Frachtschiff in Baikonur vor dem Start.
© NASA

Die Progress M-27M alias „ISS Progress 59 Cargo Craft“ sollte eigentlich zur Internationalen Weltraumstation ISS fliegen und diese mit 2,4 Tonnen Nachschub wie zum Beispiel Lebensmitteln und Treibstoff versorgen. Nach sechs Stunden Flug sollte der Raumtransporter die ISS erreichen. Doch die ISS-Besatzung muss nun erst einmal die Gürtel enger schnallen. Weil die Progress in die falsche Umlaufbahn geriet. Angeblich soll die Oberstufe der Sojus-2.1a-Trägerrakete das Problem verursacht haben. Das Frachtschiff würde deshalb sehr schnell rotieren und die Umlaufbahn sei höher als geplant.

Die Bodenstation empfängt zudem keine Signale von dem Irrläufer im Orbit. Bis jetzt schlugen alle Versuche der russischen Bodenstation fehl, die Flugbahn von Progress M-27M wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Russen geben den Kampf aber noch nicht verloren und versuchen weiterhin Kontakt zu bekommen.

Wobei man das „Gürtel enger schnallen“ zumindest im Moment noch nicht wörtlich nehmen darf. Denn sowohl die russische Weltraumagentur als auch die NASA erklärten, dass die Vorräte auf der ISS ausreichend seien, damit die sechsköpfige Besatzung auch ohne den Nachschub problemlos überleben könne. Die ISS-Besatzung schwebe derzeit nicht in Gefahr.

Unkontrollierter Absturz droht

Falls es den Russen nicht gelingt, die Flugbahn des Transporters noch zu beeinflussen, wird dieser Anfang Mai abstürzen und verglühen. Die russische Bodenstation kann jedoch nur dann Kontaktversuche zum Progress-Transporter starten, wenn dieser die Bodenstation überfliegt. Das war bereits mehrere Male der Fall, doch die russischen Experten scheiterten bei jedem Versuch.

So lange die Gründe für die Probleme nicht gefunden sind, könnten sich weitere Starts mit der Sojus-Rakete verzögern. Das gilt insbesondere für einen geplanten Sojus-Start, mit dem neue Astronauten zur ISS gebracht werden sollen.

Die NASA informiert in ihrem Weblog fortlaufend über den aktuellen Stand der Dinge.

 

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