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Russische Hacker lesen Mails von Barack Obama (Update)

27.04.2015 | 12:33 Uhr |

Russische Hacker sind in das Netzwerk des Weißen Hauses eingedrungen. Sie konnten offensichtlich den vertraulichen Terminkalender von US-Präsident Barack Obama lesen. Update 27.4.: Der Hackerangriff war wohl schwerwiegender als ursprünglich gemeldet.

Update 27. April 2015:

Der russische Hackerangriff auf das Weiße Haus  war wohl doch schwerwiegender als ursprünglich gemeldet.
Laut einem Bericht der New York Times gelang russischen Hackern 2014 der Zugriff auf das „unclassified computer system“ des Weißen Hauses. So konnten die Hacker auf archivierte Mails von Mitarbeitern des Weißen Hauses zugreifen und teilweise somit auch Mails von Barack Obama lesen, die dieser verschickt oder empfangen hatte. Bisher war nur davon die Rede, dass die Hacker den Kalender von Obama lesen konnten.
 
Auf die auf einem separaten BlackBerry-Server liegenden Mails des US-Präsidenten sollen die Hacker dagegen keinen Zugriff bekommen haben. Über dieses Blackberry-System würden die als geheim eingestuften Mails des US-Präsidenten gehen.

Ende Update

Hacker, die im Auftrag der russischen Regierung tätig sind, drangen in das Mailsystem des Weißen Hauses ein. Das meldet der US-Nachrichtensender CNN. Die Angreifer hätten demnach Zugriff auf das Mailsystem von US-Präsident Barack Obama erlangt.
 
Bereits Ende 2014 hatten das Außenministerium und das Weiße Haus bestätigt, dass man im Oktober 2014 verdächtige Aktivitäten im Netzwerk des Weißen Hauses entdeckt habe. Daraufhin habe man damals das System heruntergefahren, um Sicherheits-Updates aufzuspielen. Damals hieß es aber noch, dass nur relativ unwichtige Systeme davon betroffen wären. Diese Einschätzung hat die US-Regierung nun aber offensichtlich korrigiert. Denn im Mailsystem des US-Präsidenten sind natürlich wichtige und vertrauliche Informationen unterwegs. Die ausländische Spione durchaus interessieren. Die Angreifer sollen demnach sogar den internen Echtzeit-Kalender von US-Präsident Obama gelesen haben.
 
Die US-Geheimdienste und das FBI halten diesen Angriff für einen der raffiniertesten, der jemals gegen die US-Regierung unternommen wurde. Rechner von rund um den Globus wurden für den Angriff verwendet, um die Spuren zu verwischen. Die US-Behörden fanden aber trotzdem genügend Hinweise dafür, dass die Angriffe von Hackern ausgingen, die für die russische Regierung arbeiten.

Phishing-Mail vom Außenministerium an das Weiße Haus
 
Die russischen Hacker nutzten offensichtlich einen älteren Einbruch in das Netzwerk des Außenministeriums für ihr Eindringen in das Netzwerk des Weißen Hauses aus. Damals hätten die Hacker das System des Außenministeriums für Monate „besessen“. Bis heute sei zudem nicht klar, ob man die Angreifer wieder völlig rauswerfen konnte.
 
Die Hacker nutzten dann für den Einbruch in das Weiße Haus wohl eine Phishing-Mail, die sie von einem Mailaccount des gehackten Systems des Außenministeriums an das Weiße Haus schickten.
 
Ein Sprecher des Weißen Hauses spielte die Bedeutung des Hackerangriffs jedoch herunter. Das Weiße Haus gehe derzeit davon aus, dass keine vertraulichen Informationen, die die nationale Sicherheit der USA betreffen würden, kompromittiert wurden.

Video: Die unglaublichsten Sicherheitslücken im Internet
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