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Russen planen Flug zum Mars mit Atomantrieb

11.03.2016 | 13:33 Uhr |

Russische Forscher wollen ein Raumschiff bauen, das in sechs Wochen zum Mars fliegt. Mit einem Kernreaktor als Antrieb.

Der Flug zum Mars gilt als die nächste große Herausforderung der Raumfahrt. Das Problem dabei: Mit den üblichen Raketen dauert die Reise zum Mars mindestens 18 Monate. Das stellt die Raumfahrtagenturen vor erhebliche Probleme: Astronauten müssen für so einen langen Flug vorbereitet werden. Zudem sind aufgrund der riesigen Entfernungen keine Hilfsmaßnahmen von der Erde aus möglich, wenn etwas schief geht. Und dann müssen die Männer und Frauen auch noch den genauso langen Rückflug überstehen. Langweile, radioaktive Strahlung und vielleicht sogar ernste Krankheiten setzen den Astronauten während dieser langen Zeit zu. Sie sterben vielleicht sogar während der Reise. Von den Unmengen von Vorräten ganz zu schweigen, die mitgenommen werden müssen.
 
Russische Forscher glauben aber die Lösung für das Problem mit dem langen Flug gefunden zu haben: Sie ersetzen einfach den bisher üblichen chemischen Antrieb durch Kernenergie. Die nationale russische Nuklearvereinigung Rosatom (ein Zusammenschluss von russischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen) will einen Atomantrieb bauen, mit dem der Mars in 45 Tagen erreicht werden soll. Die Energie soll außerdem noch für den Rückflug reichen, wie US-Medien berichten. Zudem stehe durch den Kernreaktor genügend Energie zur Verfügung, um unterwegs Kurskorrekturen vorzunehmen und um das Raumschiff zu beschleunigen.
 
Die technischen Hürden schätzen die russischen Forscher gar nicht einmal so hoch ein. Denn bereits zu Zeiten der Sowjetunion schossen die Russen einige Kosmos-Satelliten mit Kernreaktorantrieb ins All. Die USA experimentierten übrigens mit genau einem einzigen solchen Atom-angetriebenen Satelliten, dem Snapshot.
 
Diese Satelliten aus der Zeit des Kalten Krieges unterscheiden sich aber wesentlich von dem jetzt geplanten Projekt: Sie mussten nur relativ geringes Gewicht transportieren und mussten nur im Orbit um die Erde schweben. Und diese Satelliten hatten natürlich keine Menschen an Bord, denen sie während des Hin- und Rückflugs eine lebensfreundliche Umgebung bereitstellen mussten. Insofern betreten die russischen Weltraumforscher nun doch echtes Neuland.

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Wissenschaftler aus den USA halten die Idee jedoch durchaus für machbar. Die tatsächliche Herausforderung bestünde demnach eher darin, um den Kernreaktor ein funktionierendes Raumschiff mit Lebensraum für die Astronauten zu bauen.

Rosatom verriet noch keine Details zu dem Atomantrieb. Anscheinend geht es aber darum, dass ein Kernreaktor durch Kernspaltung so große Hitze erzeugt, dass damit Wasserstoff oder ein andere chemischer Antriebsstoff verbrannt werden kann. Einen ersten Testreaktor wollen die Russen 2018 vorstellen. Sofern die finanziellen Mittel der Russen dafür ausreichen oder sich zusätzliche Geldgeber finden.

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