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Asien muss mehr zu Open Source beitragen

15.09.2008 | 16:28 Uhr |

Erst eine breite Einführung von Open Source in Unternehmen und staatlichen Stellen in Asien wird es ermöglichen, dass die Open-Source-Community auf bedeutende Beiträge aus der Region hoffen darf. In zwei bis drei Jahren könnte es so weit sein.

Das meinte Arun Kumar, Red Hat Director of Services, gegenüber ZDNet Asia. Im Prinzip müsse Asien einfach in der Entwicklung des Open-Source-Ökosystems zum Westen aufschließen, meint Kumar. Sein eher positiver Ausblick folgt darauf, dass David Axmark, Mitgründer von MySQL , vor kurzem den mangelnden Beiträgen asiatischer Entwickler zu Open Source kritisiert hatte.

Während Axmark im August zwar einen Mangel an asiatischen Beiträgen zur Open-Source-Entwicklung ortete, aber dafür keine Gründe nennen konnte, verweist Kumar auf den Faktor Zeit. "Es braucht dreierlei als Starthilfe für eine florierende Open-Source-Community: Massenannahme durch Kunden, Unterstützung durch Regierungen und Bildung", erklärt Kumar. Die breite Einführung durch Unternehmen und Regierungen habe es im Westen bereits gegeben, daraufhin seien Innovationen aus der Community gefolgt. Als Beispiel eines euopäischen Landes mit florierender Open-Source-Industrie und deutlichen Beiträgen zum Ökosystem entsprechender Software wird Frankreich genannt, wo unter anderem Mozilla Europe seinen Sitz hat. "Frankreich ist ein Land, dass sich für offene Formate entschieden hat und nicht nur eine Anwendung eingeführt hat, sondern eine ganze Industrie unterstützt", meint Kumar. Er verweist auf steuerliche Begünstigungen für Open Source sowie die Ausgabe von Software an Schüler in höheren Schulen.

Asien hinke hinterher, was eine breite Annahme von Open Source durch Unternehmen und Regierung betrifft, so Kumar. Zwei bis drei Jahre betrage der Abstand in der Regel, selbst "fortgeschrittenere Communities" wie in Indien seien zwölf bis 18 Monate im Rückstand. Auch in China nimmt Open Source nur langsam wirklich Fahrt auf. Noch vor rund einem Jahr kam Open Source dort nur marginal zum Einsatz, wie Standardisierungsexperte Xie Qian vom China Electronics Standardization Institute (CESI) gegenüber presssetext meinte. Regierungen müssten das Open-Source-Wachstum durch Finanzierung unterstützen, während eine Annahme durch große Unternehmen einen Markt schaffe, in dem Entwickler eigenen Geschäfte aufziehen können. Mit dem Wechsel von proprietärer Software zu Open Source müsse es auch zu einer Änderung der Mentalität einzelner Nutzer kommen. "In proprietären Welten sind Entwickler und Konsumenten klar getrennt. Bei Open Source sind sie oft identisch", nennt Kumar ein Beispiel. Wenn sich die Nutzer ihrer Rolle im Open-Source-Ökosystem bewusst würden, könne Asien seinen Beitrag leisten. (pte)

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