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Yahoo will Käufer von DRM-Musik entschädigen

29.07.2008 | 13:06 Uhr |

Der Internetkonzern Yahoo reagiert nun anscheinend doch auf die Proteste in Bezug auf die vergangene Woche angekündigte Abschaltung der DRM-Server seines Online-Musikdienstes Yahoo Music.

Wie Cnet berichtet, hat das Unternehmen bereits anklingen lassen, dass es in Anbetracht der heftigen öffentlichen Kritik beabsichtigt, seine Kunden zu entschädigen. So sollen alle betroffenen Nutzer, die zuvor bei dem Musikservice DRM-kopiergeschütze Songs gekauft haben, die Möglichkeit erhalten, zwischen zwei verschiedenen Entschädigungsvarianten zu wählen. Erstere sieht dabei die Zahlung eines entsprechenden Rückerstattungsbetrages vor, mit dem Nachteil, dass die bei Yahoo Music erworbenen DRM-Musikstücke dabei nach dem Zeitpunkt der Abschaltung nicht mehr auf einen anderen Rechner oder einen portablen Audioplayer übertragen werden können. Die zweite Möglichkeit richtet sich hingegen an alle, die mehr Wert auf die weitere Nutzbarkeit ihrer Musik legen. So bietet Yahoo an, die betroffenen Titel der Kunden durch DRM-freie MP3-Songs zu ersetzen.

Yahoo hatte die Kunden seines Online-Musikservices Yahoo Music vergangene Woche per E-Mail wissen lassen, dass die DRM-Server des Dienstes am 30. September abgeschaltet werden soll ( PC-Welt berichtete ). Die Ankündigung kam sowohl für die eigenen Kunden äußerst überraschend als auch für die Electronic Frontier Foundation (EFF), eine US-NGO, die sich auf das Thema Bürgerrechte im Internet spezialisiert hat. Diese hatte das Vorgehen von Yahoo als "ziemlich unverschämt" kritisiert und entsprechende Entschädigung für die betroffenen Nutzer gefordert. "Hier geht es nicht nur um das Zurückziehen der Unterstützung, sondern auch um eine fehlende Entschädigung für Kunden", betonte Corynne McSherry von der EFF. Yahoo habe bereits zugegeben, dass es mit der Verwendung von DRM-Lizenzen einen Fehler gemacht habe und wolle nun den Kunden dafür büßen lassen.

Der Forderung der EFF, die Yahoo dazu aufgefordert hatte, sich bei betroffenen Kunden zu entschuldigen und entweder seine Musik durch freie MP3s auszutauschen oder entsprechende Rückerstattung zu leisten, gab der Internetkonzern nun nach. Anscheinend hat sich die Hoffnung der EFF, dass Yahoo etwas aus dem Beispiel Microsoft gelernt haben sollte, doch noch bestätigt. Das Redmonder Unternehmen hatte bereits im April diesen Jahres erklärt, die Lizenz-Erneuerungsschlüssel für Musik aus dem 2006 eingestellten US-Online-Service MSN-Music ab 31. August 2008 einstellen zu wollen. Nach Bekanntwerden der Pläne führten allerdings heftige Nutzer-Proteste zu einem Einlenken des Unternehmens und es wurde eine Verlängerung der Lizenzvergabe bis Ende 2011 beschlossen. (pte)

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