Rückblick
30 Jahre mobile Spielekonsolen
Microcision war zwar ein Pionier, aber das Spiele-Handheld selbst war eher primitiv. Gespielt wurde auf einem 16x16-Pixel-LCD. Schwarz-weiß versteht sich…
Das Gerät war eine Mischung zwischen Handheld und Tabletop. Auf einem Tisch abgelegt, konnten bequem zwei Spieler gegeneinander damit spielen.
Dieser Handheld erschien nur in den USA und verfügte über ein S/W-LC-Display mit einer Auflösung von 75 x 64 Pixeln. Das Gerät war in Japan nicht sonderlich erfolgreich und Epoch veröffentlichte auch nur fünf Spiele dafür.
Vor rund 20 Jahren trat Nintendos Gameboy seinen Siegeszug an. Eine wichtige Rolle spielten dabei die vergleichsweise lange Akku-Laufzeit und … Tetris! Bisher hat Nintendo über 100 Millionen Gameboys verkauft und die Marke "Gameboy" existiert weiterhin…
Ataris Lynx erschien ebenfalls vor 20 Jahren und war die erste mobile Spielekonsole, die über ein Farb-LCD verfügte. Das Handheld wurde übrigens von Epyx entwickelt. Den Entwickler übernahm dann Atari und veröffentlichte das Gerät. Sonderlich erfolgreich war das Lynx nicht. Zwei Jahre später brachte Atari noch einen (leichteren) Nachfolger auf den Markt.
NEC TurboExpress war der erste Handheld, der Spiele-Cartidges abspielte, die für eine stationäre Heim-Spielekonsole gedacht waren. So konnten unterwegs die TurboGrafx16-Spiele gespielt werden. Das Handheld kam viel zu teuer auf den Markt und die Batterielaufzeit war gering.
Das Game Gear basierte auf der Technologie der stationären Heim-Spielekonsole Sega Master System. Das Handheld verfügte über ein farbiges LCD und Sega-Maskottchen Sonic sorgte dafür, dass der Game Gear sich besser verkaufte als der Atari Lynx und NEC TurboExpess.
Das Sega Genesis Nomad war in der Lage, Sega Mega-Spiele abzuspielen. Der Batterie-Verbrauch war allerdings enorm und das Handheld war ziemlich klobig. Es verkaufte sich alles andere als gut.
Im Jahr 1997 blies Tiger Electronics zum Angriff auf Nintendos Gameboy. Das Unternehmen hatte bereits viele Erfahrungen im mobilen LCD-Spielegeräte-Markt. Das Games.com war das allerste Handheld, das über einen Touchscreen (!) und einen Internet-Anschluss (!!) verfügte. Für das Gerät kamen aber nur grottenschlechte Spiele auf den Markt, was sich entsprechend auf die Verkaufszahlen und den Erfolg auswirkte.
Erst 9 Jahre nach dem Gameboy-Start entschied sich Nintendo dazu, einen Gameboy mit einem Farb-Display auf den Markt zubringen. Die Abwärtskompatibilität sorgte dafür, dass sich das Gerät prächtig verkaufte.
SNK veröffentlichte bereits 1998 den ersten Handheld: Der Neo Geo Pocket besaß aber nur einen monochromen Bildschirm und erschien nur in Japan. Ein Jahr später brachte SNK den Neo Geo Pocket Color weltweit auf den Markt. Es war der erste Handheld, der zu einer ernsten Konkurrenz für den Gameboy wurde. Dazu trugen die guten Spiele, die lange Batterielaufzeit und der niedrige Preis bei.
Der erste (monochrome) Wonderswan erschien 1999 und wurde vom Ex-Nintendo-Mitarbeiter und Gameboy-Vater Gunpei Yokoi entwickelt. Ein Jahr später folgte die Variante mit Farb-Display.Die ersten Final-Fantasy-Spiele erschienen für den WonderSwan. Im Jahr 2002 erschien schließlich das letzte WonderSwan-Mondell - der SwanCrystal.
2001 erschien endlich der erste Gameboy mit 32-Bit-Farbunterstützung (und ohne Hintergrundbeleuchtung). Der Gameboy Advance brachte endlich richtig Farbe in die mobile Spielewelt. 2003 wurde dem Gerät dann die Hintergrund-Beleuchtung spendiert (GameBoy Advance SP) und 2005 kam eine kleinere Variante (GameBoy Micro) heraus.
Der GP32 wurde von einem koreanischen Unternehmen entwickelt und war die erste mobile Spielekonsole, die es Hobby-Entwicklern gestattete, ihre daheim entwickelten Spiele abzuspielen und zu verbreiten. Die Spiele selbst wurnden auf eine Smartmedia-Flashkarte abgelegt, so dass es auch einfach war, Daten zwischen der Spielekonsole und dem PC zu übertragen. Die offene Plattform führte aber dazu, dass kaum ein Spielepublisher gute Spiele für das Handheld veröffentlichte.
Die beiden Konsolen von unterschiedlichen Herstellern haben eins gemeinsam: Sie waren unheimliche Flops. Das N-Gage war weder ein gutes Telefon noch ein gutes Spiele-Handheld. Für das Gerät von Gizmondo erschienen fast nur Schrottspiele.
Der Gameboy-Nachfolger verfügt über zwei Bildschirme und eins davon ist ein Touchscreen. Viele Beobachter prognostizierten vor Verkaufsstart noch, dass das zwei-Bildschirme-Konzept zu einem Flop werden würde. Sie irrten sich gewaltig. Das Nintendo DS hat sich bisher über 113 Millionen Male weltweit verkauft. 2006 kam das abgespeckte Nachfolge-Modell DS Lite auf den Markt.
Nachdem Sony bereits über ein Jahrzehnt den Markt für Heim-Spielekonsolen dominierte, kam schließlich das erste Handheld aus dem Hause Sony auf den Markt: Sonys PSP. Viele Experten erwarteten, dass die PSP den Handheld von Nintendo schlagen würde. Schließlich war das Sony-Gerät im Bereich Multimedia, Netzwerk-Konnektivität und Grafik dem Nintendo-Handheld überlegen. Die Rechnung ging allerdings nicht auf und Nintendo behielt die Nase vorne. Die PSP aus dem Jahre 2004 wurde bisher ein paar Male aktualisiert: PSP-2000 (2007), PSP-3000 (2008) und PSP Go (2009).
Das iPhone und das iPod Touch von Apple erfreuen sich auch unter Gamern einer hohen Beliebtheit. Schließlich gibt es im AppStore eine große Auswahl an guten Titeln zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Auch Nintendo (mit dem Nintendo DSi) und Sony (mit der PSP Go) sind dazu übergegangen, Spiele auch per Online-Distribution anzubieten. In Zukunft ist zu erwarten, dass die Spiele-Handhelds immer mehr zu Multifunktionsgeräten mutieren und damit mit Smartphones in Konkurrenz treten. Schließlich will niemand mehrere mobile Geräte für unterschiedliche Zwecke mit sich herumtragen.


