AVM

Router-Zwang-Diskussion - AVM kritisiert Bundesnetzagentur

Dienstag den 22.01.2013 um 13:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

AVM kritisiert Bundesnetzagentur
Vergrößern AVM kritisiert Bundesnetzagentur
© istockphoto.com/s_john79
AVM hat die Aussagen der Bundesnetzagentur bezüglich dem Routerzwang und der Nichtherausgabe von Kennwörtern kritisiert. Sowohl kurz- als auch langfristig ergäben sich Nachteile sowohl für die Verbraucher als auch für den gesamten Markt.
AVM hat sich am Dienstag zu den Aussagen der Bundesnetzagentur bezüglich des Routerzwangs geäußert. Die Regulierungsbehörde hatte am 11. Januar 2013 in einem Informationsschreiben mitgeteilt, dass sie keine rechtliche Handhabe gegen die Praxis der Internetprovider sieht, den Internetzugang mit der Nutzung eines vorgegebenen Routers zu koppeln. Was es mit diesem so genannten Routerzwang auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel. Außerdem, so die Bundesnetzagentur weiter, könne der Netzbetreiber seinen Kunden auch auch Kennwörter, etwa für Sprachdienste, vorenthalten.

Das Berliner Unternehmen AVM kritisiert, dass die Bundesnetzagentur es den Netzbetreibern überlasse zu definieren, was ein Endgerät beim Kunden im Sinne des Gesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) ist. "Aus Sicht von AVM ergeben sich dadurch für Anwender und Markt erhebliche Nachteile, sowohl kurz- als auch langfristig", so AVM und weiter: "Kurzfristig verliert der Verbraucher die Möglichkeit, ein Endgerät nach seinen Ansprüchen auswählen zu können (zum Beispiel WLAN-Ausstattung, Netzwerkausstattung, Telefonie, Hausautomation etc.). Er wird verpflichtet, den vorgegebenen Router des Netzbetreibers einzusetzen." Und langfristig führe der Routerzwang zu einem "Ausschluss an Innovationen, da es keinen Wettbewerb um das beste Endgerät" mehr gäbe.

AVM weist auf den Markt auf den Mobiltelefonmarkt hin. So sei es unvorstellbar, dass ein Netzbetreiber festlegen könnte, das ein Kunde das Netz nur mit einem bestimmten Handy nutzen könne. Hätte es so eine Einschränkung gegeben, dann hätte bei Smartphones nicht die Entwicklung eingesetzt, die dann zu ihrem Siegeszug geführt hätte, nachdem auch Unternehmen außerhalb der Telekommunikationsbranche damit begannen, entsprechende Telefone zu entwickeln, wie etwa Apple mit dem iPhone und andere Unternehmen mit Android.

Ein breiter Wettbewerb mit klaren Regeln sei im Mobilfunkbereich die Basis des Erfolgs gewesen. "Warum dies bei Breitbandanschlüssen nicht gelten soll, erschließt sich nicht", so AVM und weiter: "Mit Routerzwang gäbe es schon jetzt eine Vielzahl von Verfahren und Leistungen nicht, die in diversen, auch von den entsprechenden Ministerien unterstützen Gremien, standardisiert wurden. Dazu zählen hardwareunabhängige und offene Standards für Wartung und Betrieb (bspw. TR-069) ebenso wie vielfältige Cloud-Dienste, Netzwerkspeicher (NAS), der Zugriff von unterwegs oder auch Themen der Heimautomation."

AVM schließt die Mitteilung mit folgendem Statement ab:

Nach Auffassung von AVM wurde im FTEG die Schnittstelle zwischen Netz und Endgerät so definiert, dass Kunden die freie Auswahl bei Endgeräten  haben. Dafür verpflichtet das FTEG Netzbetreiber, ihre Schnittstellen so offenzulegen, dass Hersteller im freien Wettbewerb entsprechende  Geräte anbieten können. Die BNetzA als eine maßgebliche Instanz sollte an dieser Stelle die Sorgen der Verbraucher und der Marktteilnehmer ernst nehmen und ihnen die freie Wahl des Endgerätes ermöglichen.  

Dienstag den 22.01.2013 um 13:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (10)
  • deoroller 22:26 | 22.01.2013

    Zitat: Hnas2
    Das brauchst du doch auch nicht. Wenn der Provider dir die Zugangsdaten im Klartext aushändigt, kannst du doch die Technik einsetzen, mit der du deinen Zugang nutzen kannst, unabhängig vom Hersteller.


    Vodafone gibt die VOIP-Daten nicht heraus

    http://www.wieistmeineip.de/dsl-anbieter/Vodafone+D2/bericht-51846.html

    Antwort schreiben
  • Hnas2 22:22 | 22.01.2013

    Zitat: Till Wollheim

    Ich werde keinen Netzprovider nehmen, der mir einen Router vorschreibt.

    Das brauchst du doch auch nicht. Wenn der Provider dir die Zugangsdaten im Klartext aushändigt, kannst du doch die Technik einsetzen, mit der du deinen Zugang nutzen kannst, unabhängig vom Hersteller.
    Zitat: Till Wollheim

    Zudem ist dies auch insofern rechtswidrig, als das Vorschreiben nur eines Routers, der nicht von AVM sein darf, ein unzulässiger Eingriff in einen eingerichteten und ausgeübten Betrieb darstellt.

    Welcher Provider schreibt dir die Benutzung eines bestimmten Routers vor? Es ist aber legitim seitens eines Providers, nur für die Geräte Support zu leisten, die er selber anbietet.
    Zitat: Till Wollheim

    AVM wäre gut beraten, sich eine gute Kanzlei zu wählen und dagegen zu Klagen (gegen die jeweiligen Netztbetreiber!). :bse:

    AVM wird schon gute Anwälte haben. Aber kennst du denn die Gründe, warum sich verschiedene Provider von AVM abgewandt haben oder warum sich AVM von verschiedenen Providern abgewandt hat?

    Antwort schreiben
  • magiceye04 22:18 | 22.01.2013

    ...AVM weist auf den Markt auf den Mobiltelefonmarkt hin....

    Lustiger Satz.

    Ich weiß schon, warum ich lieber bei Congstar bin, wo ich noch frei wählen darf.

    Warum überhaupt der Router-Zwang?...
    Der entscheidende Grund dafür lautet: Sie wollen Support-Kosten sparen. Die manuelle Konfiguration eines „Fremd-Routers“ ist fehleranfälliger als die automatische Konfiguration über einen Installationscode. Entsprechend häufiger würden sich Anwender alternativer Router an der Hotline des Providers melden. Darüber hinaus kostet es natürlich Geld, Support-Mitarbeiter auf Dutzende von verschiedenen Router-Typen zu schulen.

    Das halte ich für vorgeschoben. Eine Hotline trägt sich normalerweise selbst, die Nummer kostet schließlich in der Regel ordentlich Geld.

    Ich fürchte, dahinter stecken ganz andere Ursachen. Dass ich meine Festnetznummern in ganz Deutschland beliebig mitnehmen kann, sehen die Provider vermutlich gar nicht gern. Und das geht eben nicht, wenn ich die Zugangsdaten nicht mehr frei zur Verfügung habe.

    Antwort schreiben
  • dnalor1968 20:51 | 22.01.2013

    Zitat: Till Wollheim
    Wir als Nutzer der Netze haben die Macht! Ich werde keinen Netzprovider nehmen, der mir einen Router vorschreibt.

    Naja. Bei entsprechenden Preisen wirst auch solch einen Router nutzen.

    Antwort schreiben
  • Till Wollheim 20:41 | 22.01.2013

    Die Macht des Verbrauchers ausspielen!

    Wir als Nutzer der Netze haben die Macht! Ich werde keinen Netzprovider nehmen, der mir einen Router vorschreibt. Zudem ist dies auch insofern rechtswidrig, als das Vorschreiben nur eines Routers, der nicht von AVM sein darf, ein unzulässiger Eingriff in einen eingerichteten und ausgeübten Betrieb darstellt. AVM wäre gut beraten, sich eine gute Kanzlei zu wählen und dagegen zu Klagen (gegen die jeweiligen Netztbetreiber!). :bse:

    Till

    Antwort schreiben
1670319