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Rosetta entdeckt verlorenen Kometen-Lander Philae wieder

06.09.2016 | 09:48 Uhr |

Die Sonde Rosetta hat sich dem Kometen Tschuri bis auf 2,7 Kilometer genähert. Und dabei den verlorenen Landeroboter Philae entdeckt.

Die Kometensonde Rosetta hat mit ihrer Kamera Osiris auf den letzten Drücker den verschwundenen Landeroboter Philae wiederentdeckt. Das twitterte die ESA im Namen von Rosetta.

Philae steckt in einer dunklen Geröllspalte unterhalb eines großen Felsens fest. Dort bekommen die Solarzellen von Philae nicht ausreichend Sonnenlicht, weshalb Philae nicht wie geplant arbeiten konnte. Zudem zeigen die Funkantennen von Philae nach unten, weshalb er nicht mehr mit Rosetta kommunizieren kann.

Den ungünstigen Standort hatte sich die für Philae verantwortliche Weltraumorganisation ESA nicht ausgesucht: Philae blieb nicht am geplanten Landestandort, sondern hüpfte nach ihrer Landung am 12. November 2014 noch ein paar Mal unkontrolliert über die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko alias Tschuri. Mit dem unerfreulichen Ergebnis, dass der Landeroboter an der sehr ungünstigen, weil zu schattigen Stelle, zum Stehen kam. Nichtsdestotrotz ist die Landung von Philae auf dem Kometen Tschuri eine Sensation und ein großer Erfolg für die ESA. Nie zuvor ist eine Sonde auf einem Kometen gelandet.

Trotz der unglücklichen Landung funkte Philae einige Tage lang wissenschaftliche Daten zu Rosetta, die den Kometen umkreist. Rosetta wiederum übertrug die Daten zur Erde. Doch dann waren die Batterien von Philae leer.

Danach brach der Funkkontakt zwischen Philae und Rosetta ab. Einige Zeit später, ab dem 13. Juni 2015, meldete sich Philae noch ein paar Mal, doch am 9. Juli 2015 verstummte der wackere Landeroboter, der auf dem damals 6,5 Milliarden Kilometer entfernten Kometen aufgesetzt hatte, für immer. Seitdem galt Philae als verloren, bis ihn das scharfe Kamera-Auge von Rosetta nun doch noch entdeckte.

Rosetta nahm das Foto bereits am 2. September 2016 auf - aus einer Entfernung von gerade einmal 2,7 Kilometern.

Philae wird seinen Standort nie mehr verlassen. Und Rosetta wird ihr Lebenslicht auch bald aushauchen: Die ESA will Rosetta am 30. September 2016 auf Tschuri landen lassen. Bei ihrem Kamikazeflug soll sie letzte Daten von Tschuri sammeln und zur Erde funken.




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