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Online-Portal fordert Tag des Medienverzichts

11.05.2008 | 14:54 Uhr |

Die Begründer des Beratungs- und Suchtprophylaxe Online-Portals rollspielsucht.de fordern anlässlich des ersten Geburtstags der Website einmal im Jahr einen deutschlandweiten Tag des Medienverzichts.

Christine und Christoph Hirte, die beiden Website-Betreiber, haben ihren Sohn vor gut einem Jahr an das MMORPG (Massive Multiplayer Online Role Playing Game) „World of Warcraft“ verloren. "Er hat zunehmend alle sozialen Kontakte verloren, immer mehr Zeit vor dem PC verbracht und war bald telefonisch nicht mehr zu erreichen. Dann hat er sein Studium vernachlässigt und ließ seine Wohnung verwahrlosen. Er hat dann schließlich sein Studium aufgegeben und ließ sich exmatrikulieren. Nun hat er Sozialhilfe beantragt. Wir haben jeden Kontakt verloren. Für ihn ist nur noch das Online-Rollenspiel World of Warcraft interessant, dessen Herausforderungen in der virtuellen Welt wir für höchst suchterregend halten.", erklärt Christoph Hirte.

Aufgrund dieses abschreckenden Beispiels wurde rollenspielsucht.de ins Leben gerufen. Das Portal bietet neben zahlreichen Informationstexten auch Hinweise auf Kliniken, Suchtberatungsstellen sowie Selbshilfegruppen. Familie Hirte geht inzwischen von rund 2 Millionen Online-Süchtigen in Deutschland aus. Um Eltern auf die Probleme ihrer Kinder aufmerksam zu machen, fordern die beiden, dass der 8. Mai zur medienfreien Zone in den Familien erklärt wird.

"Ein öffentlich befürworteter und von den Medien getragener medienfreier Tag im Jahr ist wichtig. Noch besser ist es natürlich, wenn die Familien von selbst tätig werden und einen festen Tag in der Woche einrichten, an dem der Computer nicht eingeschaltet wird - und ein attraktives Alternativprogramm aufgestellt wird. Unserer Erfahrung nach ist es auch sehr wichtig, sehr klare Regeln aufzustellen, sobald die Kinder in das Alter kommen, in dem elektronische Medien genutzt werden. Fernseher, Computer und Internet-Anschluss gehören auch nicht ins Kinderzimmer. Außerdem muss es ein Zeitlimit geben und die Eltern müssen sich die Zeit nehmen, um zu überprüfen, was die Kinder da spielen - und wie lange.", fordert Christoph Hirte.

Die beiden Website-Betreiber fordern außerdem, dass das hohe Suchtpotenzial einiger MMORPGs als Kriterium für die Vergabe von Alterseinstufungen der USK herangezogen wird. Ob dies eine zukünftige Lösung für die zunehmende Online-Sucht darstellen könnte, ist allerdings fraglich.

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