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Roboter soll Kampfmittel in Nord- und Ostsee unschädlich machen

05.09.2016 | 09:05 Uhr |

Ein Roboter von der Größe eines Lastwagens soll am Meeresgrund Minen aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigen.

Auf dem Grund von Nord- und Ostsee sollen sich noch immer 1,6 Millionen Tonnen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Dazu zählen unter anderem 65.000 Grundminen, die die britische Royal Navy vor deutschen Küsten ausgelegt hatte. Die von diesen Waffen ausgehende Gefahr soll die Hamburger Firma Heinrich Hirdes EOD Services reduzieren. Ein Grund für den großen Einsatz ist die Energiewende. Riesige Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten sind auf Fundamente und Kabeltrassen angewiesen. Deren Platzierung im Meer wird durch die jahrzehntealten Kampfmittel häufig zum Problem.

Ingenieure von Hirdes haben daher ein Forschungsprojekt namens RoBeMM gestartet, welches vom Bund mit 3,5 Millionen Euro gefördert wird. Ziel ist ein Roboter, der die Kampfmittelräumung übernehmen kann und die Munition aus sicherer Entfernung vollautomatisiert und ohne Sprengungen zerstört. Bislang setzen Spezialfirmen auf Sprengungen, was jedoch zusätzliche Schadstoffe ins Meer befördert. Zudem wirken sich derartige Explosionen negativ auf die Meeresfauna aus.

RoBeMM ist jedoch nicht der erste Versuch, Roboter bei der Kampfmittelbeseitigung einzusetzen. Mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen namens Remotely Operated Vehicles (ROV) wird Kriegsschrott schon länger vom Meeresgrund abtransportiert. Dazu sind die Geräte mit Sensoren, Kameras, Sonar und Pumpen ausgestattet. Sie können in bis zu 3000 Metern Tiefe arbeiten und auch schwere Minen entsorgen.

Das Besondere an RoBeMM sind seine Abmessungen, er soll größer als ein Lastwagen sein, verrosteten Bomben den Sprengstoff entziehen und diesen vor Ort in einer Verbrennungsanlage thermisch vernichten. Noch im September soll der Bau eines Demonstrations-Geräts abgeschlossen sein.

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