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Roboter auf der CeBIT: Plappern, suchen, umfallen

21.03.2007 | 11:42 Uhr |

Roboter für den Alltagseinsatz führen immer noch ein Schattendasein. Das bewies auch die CeBIT. Denn nur wenige Roboter waren auf der Messe zu bewundern: Eine Roboterdame gehorchte (meist) aufs Wort, ein Roboter folgte Spuren und ein anderer kippte um.

Eine erweiterte Variante des Lego Mindstorms NXT kann man in Halle 9 am Stand B 65 bewundern. Linda, wie die Saarbrücker Tüftler ihr Geschöpf aus Lego-Bausteinen tauften, gehorcht aufs Wort und veranstaltet mit CeBIT-Besuchern ein munteres Buchstabenraten. Wir haben Ihnen dieses Projekt in dieser Meldung ausführlich vorgestellt. Linda kann übrigens auch mit holländischem Akzent sprechen. Dann wird sie allerdings nur schwer verständlich, Rudi Carrell hatte im Vergleich dazu geradezu dialektfrei parliert.

Ein weiterer Roboter, der I2, kommt aus Turin. Wissenschaftler der dortigen polytechnischen Universität haben I2 konstruiert, um damit am Robocup teilzunehmen, dem Fußball-Wettbewerb für Roboter. Gerade als wir am I2-Stand in Halle 9 vorbei kamen, war eine Vorführung geplant.

Die italienischen Wissenschaftler nahmen I2 von seiner Transportplatte und stellten ihn auf seine beiden Füße. Das war ein Fehler, denn I2 knickte zur Seite weg wie ein Betrunkener vom Tresen stürzt. Die Wissenschaftler konnten ihren Schützling zwar noch rechtzeitig auffangen, doch die anschließende Fehlersuche zog sich hin. Zunächst wurden alle Kabel auf festen Sitz geprüft, danach wurde mit einem Messgerät der Stromfluss getestet. Doch so lange wir auch warteten, nichts half, I2 blieb k.o.

Hätte sich die italienische Fußballnationalmannschaft bei der WM im Sommer 2006 so verhalten, wie es der für den Robocup konzipierte I2 tat, dann hätte Deutschland im Finale gestanden...

In Halle 19 am Stand B35 führt schließlich noch ein Unternehmen aus dem ostdeutschen Jeßnitz seine Roboter vor: Krause Robotics . Die gezeigten Roboter können beispielsweise einer dicken schwarzen Linie am Boden folgen oder sich in Labyrinthen orientieren. Dabei benutzen sie die für derartige Problemstellungen üblichen Hilfsmittel wie Ultraschallsensoren oder Foto-Widerstände. Sowohl von der Vorgehensweise, von den eingesetzten Techniken als auch von der optischen Anmutung erinnern die Roboter von Krause an bekannte Beispiele wie den Boe-BOT . Daneben waren am Stand von Krause Robotics auch zwei Robonovas zu bewundern, einer davon mit Sensoren nachgerüstet. Denn der originale Robonova ist zwar ein Kraftbündel im humanoiden Design, er kann aber seine Umwelt nicht erfassen - ihm fehlen dafür die Sensoren.

Wir haben für Sie zahlreiche Fotos von Robotern auf der CeBIT 2007 geschossen. Klicken Sie sich einfach durch unsere Bildergalerie.

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