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Roaming: Verbraucherschützer fordern stärkere Senkung der Handy-Tarife

10.08.2007 | 08:30 Uhr |

Die Senkung der Tarife für Handy-Gespräche im Ausland geht europäischen Verbraucherschützern nicht weit genug.

"Wir sind sehr weit von den wahren Kosten entfernt", sagte Tarif-Fachmann Levi Nietvelt von der Europäischen Verbraucher-Organisation BEUC der Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel. Die Anbieter zahlten für das sogenannte Roaming etwa 10 bis 14 Cent pro Minute. Ihren Kunden dürften sie aber auch nach dem neuen Eurotarif noch 49 Cent plus Mehrwertsteuer in Rechnung stellen.

Die EU-Kommission in Brüssel will an diesem Donnerstag einen Zwischenbericht zur Umstellung auf den Eurotarif vorlegen. In einigen EU-Staaten scheine es dabei Probleme zu geben, sagte Verbraucherschützer Nietvelt. Entsprechende Hinweise habe BEUC aus Frankreich und Deutschland bekommen.

Die EU-Verordnung zur Senkung der Handy-Gebühren im Ausland sei zwar "insgesamt eine vernünftige Vereinbarung", sagte Nietvelt. Gut sei auch die verbesserte Information über die Tarife. Der Verbraucherschützer findet 49 Cent für selbst gewählte und 24 Cent für angenommene Gespräche im EU-Ausland plus Mehrwertsteuer aber zu hoch: "Die Kosten liegen bei 10 bis 14 Cent für die Anbieter." Zudem würden diese Kosten für die Firmen stets zwei Monate vor den nächsten Gebührensenkungen für die Verbraucher verringert.

Deutlich zu hoch seien nach wie vor auch die Tarife für die Datenübertragung im Mobilfunk, meinte der Roaming-Experte. An den Kosten für SMS, MMS oder Computerdaten ändere die EU-Verordnung nichts. Die Kunden seien Umfragen zufolge durchaus daran interessiert, über ihr Handy das Internet zu nutzen. Vielen sei das aber zu teuer. "Wenn die Kommission will, dass die Verbraucher das Internet mobil nutzen, dann muss sie dies angehen", sagte Nietvelt.

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