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Mobilfunk im EU-Ausland ab 1. Juli billiger

17.06.2010 | 11:55 Uhr |

Telefonieren im Ausland wird wieder billiger. Im Moment dürfen abgehende Anrufe beim Roaming in EU-Staaten höchstens 51 Cent pro Minute kosten und ankommende Telefonate maximal 23 Cent.

In diesen Endkundenpreisen ist die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent enthalten. Ab dem 1. Juli 2010 sinken diese Preisgrenzen weiter: Dann dürfen abgehende Anrufe maximal 46 Cent kosten und ankommende Gespräche höchstens 18 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Die nächste Absenkung ist für den Sommer 2011 vorgesehen.

Eine Obergrenze gilt auch für SMS: Der Versand von Kurzmitteilungen aus dem Ausland kostet maximal 13 Cent inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist weniger als der typische Inlandspreis von 19 Cent, kritisiert der Hightech-Branchenverband BITKOM . "Langfristig geht die Regulierungspolitik der EU auch am Interesse der Verbraucher vorbei", gibt der BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer zu bedenken. "Wenn die EU die Preise künstlich niedrig hält, fehlt den Unternehmen Geld für Investitionen in Netzausbau und -qualität." Die Preisdiktate seien kontraproduktiv.

Dabei lässt er aber unter den Tisch fallen, dass die Roaming-Preise vor der Regulierung im Sommer 2007 überhöht waren und weit über den tatsächlichen Kosten lagen. Darauf wies der Europäische Gerichtshof in der vergangenen Woche hin. Das durchschnittliche Entgelt für einen Roaming-Anruf sei damals zu hoch gewesen: 1,15 Euro pro Minute, was mehr als fünfmal soviel war wie die tatsächlichen Kosten. Das Verhältnis zwischen Kosten und Entgelten sei in Europa nicht so gewesen, wie es auf Märkten mit einem wirksamem Wettbewerb der Fall gewesen wäre. Der regulierte Tarif liege erheblich unter diesem Durchschnittsentgelt und orientiere sich an den Obergrenzen für Großkundenentgelte, um die Endkundentgelte genauer an den Kosten der Anbieter auszurichten.

Die EU greift neuerdings auch beim Daten-Roaming ein, also der mobilen Internet-Nutzung mit dem Handy im Ausland. Dabei gibt es keine festen Limits für die Endverbraucher. Es werden nur die Entgelte reguliert, die sich die Netzbetreiber verschiedener Länder gegenseitig in Rechnung stellen. Bereits heute dürfen Anbieter untereinander nicht mehr als einen Euro pro Megabyte für den Datentransfer berechnen. Diese Obergrenze wird schrittweise auf 80 Cent pro Megabyte im Jahr 2010 und 50 Cent pro Megabyte im Jahr 2011 abgesenkt. Bis zum Jahr 2015 will die EU-Kommission die Kosten fürs Roaming komplett abschaffen .

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