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Risikofreudige Internet-Nutzung am Arbeitsplatz

14.09.2005 | 14:59 Uhr |

Internet-Nutzer verlassen sich am Arbeitplatz auf ihre IT-Abteilung und gehen mehr Risiken ein.

Wer das Internet an seinem Arbeitsplatz nutzt, zeigt sich oft risikofreudiger als er es zu Hause mit dem eigenen PC wäre. Eine Studie zeigt, Arbeitnehmer verlassen sich darauf, dass die IT-Administratoren alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen haben. Die Studie wurde im Juli 2005 von Trend Micro durchgeführt.

An der Online-Umfrage nahmen mehr als 1200 Anwender in Unternehmen aus Deutschland, Japan und den USA teil. Von den Teilnehmern gaben 39 Prozent an, sie vertrauten darauf, dass sie durch Maßnahmen ihrer IT-Abteilung hinreichend vor Viren, Spyware und Phishing geschützt wären. Von denjenigen, die zugaben sich dadurch zu einem forscheren Online-Verhalten verleiten zu lassen, gaben 63 Prozent an, bedenkenlos auf verdächtige Links zu klicken. 40 Prozent meinten, die IT-Abteilung würde sich bei auftretenden Problemen schon darum kümmern.

Der Anteil der deutschen Anwender, die sich in ihrem Online-Verhalten auf die Kollegen vom Support verlassen, beträgt etwa 40 Prozent. In einem Zeitraum von drei Monaten vor der Umfrage hatten 38 Prozent der deutschen Anwender ihre IT-Abteilung wegen eines Sicherheitsvorfalls konsultiert. In den USA waren es 31 und in Japan 27 Prozent.

Von den nach eigener Auskunft leichtsinnigeren Anwendern in den USA gaben 48 Prozent an, sie würden durch die Existenz ihrer IT-Abteilung dazu ermutigt, in Deutschand beträgt dieser Anteil 39 Prozent, in Japan nur 28 Prozent. In Deutschland fühlen sich 76 Prozent der Anwender durch von der IT-Abteilung installierte Schutz-Software sicher, während dies in den USA noch auf 67 Prozent und in Japan auf 42 Prozent zutrifft. Jeder Dritte (34 Prozent) der amerikanischen Befragten gab bei den Gründen für das leichtsinnige Verhalten an, es sei ja nicht sein Computer. In Deutschland und Japan sind es mit 29 beziehungweise 28 Prozent nicht viel weniger.

Die Umfrageergebnisse lassen den Eindruck einstehen, dass die Existenz einer IT-Abteilung, die bei den Anwendern eines Unternehmens ein gutes Ansehen hat, diese zu einem leichtsinnigeren Online-Verhalten verleitet. Dadurch werden die Anstrengungen der EDV-Fachleute teilweise zunichte gemacht und die Unternehmen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, als das eigentlich durch die getroffenen Schutzmaßnahmen der Fall sein sollte. Es zeigt sich also auch hier wieder, dass die Schulung der Anwender eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen ist. Solche Unterweisungen werden jedoch oft aus Kostengründen unterlassen - und das kann teuer werden.

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