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Richtig Rippen: Audioformate für jeden Zweck

Ogg Vorbis, APE oder WAV: Angesichts dieser Kürzel klingt es nur wenigen in den Ohren. Der Mikrokosmos der digitalen Audio-Formate genauso vielfältig wie die Welt der Musik mit "E" und "U" - Klassik beziehungsweise Rock und Pop - selbst. Je nach Verwendungszweck und Abspielgerät sind sie unterschiedlich gut geeignet. Welches Format ist aber für das Rippen - das Auslesen und Komprimieren - der eigenen CD-Sammlung das Beste?

Der Standard für komprimierte Musikdateien ist seit Mitte der neunziger Jahre das bekannteste Format: MP3. "Alles, was nach MP3 kam, ist zwar technisch besser, doch MP3 ist das einzige Format, das weltweit von allen Geräten unterstützt wird", sagt Peter Knaak, Technikexperte der Stiftung Warentest in Berlin.

Generell wird bei Audiodateien zwischen komprimierten und nicht komprimierten, verlustfreien und verlustbehafteten Formaten unterschieden. Nicht komprimiert liegen Musikstücke beispielsweise auf CDs als WAV-Dateien vor. Eine Minute Musik benötigt dann etwa 10 MB Speicherplatz. Aus diesem Grund ist bei einer Audio-CD nach knapp 80 Minuten Spielzeit Schluss.

Werden die Stücke in ein anderes Format überführt und verkleinert, passt deutlich mehr Musik auf eine Silberscheibe: So wie sich der Platzbedarf dieses Artikels durch Weglassen nicht unbedingt nötiger Buchstaben und Satzzeichen verringern lässt, werden zum Beispiel bei der Herstellung - der so genannten Encodierung - von MP3-Dateien alle Töne herausgefiltert, die irgendwie verzichtbar erscheinen.

Basis dieses Vorgehens sind Erkenntnisse aus der Psychoakustik, nach denen das menschliche Gehirn nicht alle vorhandenen Geräusche wahrnimmt: "Töne, die gar nicht gehört werden können, werden bei der MP3-Encodierung entfernt", erklärt Stefan Geyersberger vom Fraunhofer-Institut Integrierte Schaltungen (ISS) in Erlangen, in dem das MP3-Format entwickelt wurde. Ebenso wie beispielsweise der Lärm eines startenden Flugzeugs das Gezwitscher von Vögeln verdeckt, übertönt vielleicht ein lautes E-Gitarrensolo leisere Flötentöne.

Weil diese Flötentöne damit für immer verloren sind und auch bei einer erneuten Umwandlung in das WAV-Format nicht wieder hergestellt werden können, wird MP3 auch als verlustbehaftetes Format bezeichnet. Wer also vor allem eine Platz sparende Sicherung seiner CD-Sammlung ohne Klangeinbußen auf einer Festplatte im Sinn hat, greift besser zu verlustfreien Formaten wie Monkey's Audio, LPAC oder FLAC. Im Idealfall lässt sich damit der Speicherplatz halbieren. Aus den Dateien kann bei Bedarf das Original wieder rekonstruiert werden.

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