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Renaissance der Bildröhre

Wer geglaubt hatte, die Bildröhre sei tot, muss sich derzeit von Samsung auf der Electronica in München eines besseren belehren lassen: Die Koreaner bringen im ersten Quartal Fernseher mit "herkömmlichen" Bildröhren auf den Markt, die nur wenig teurer sind als bisherige Geräte, aber nicht einmal zwei Drittel der Tiefe benötigen. Für preisbewusste Käufer gibt es damit eine attraktive Alternative zu den allerdings noch deutlich flacheren, aber viel teureren LCD-Fernsehern.

Sie heißen Vixlim und sind eine Weiterentwicklung der Fernseher, wie sie noch in den meisten Wohnzimmern stehen: Mit Farben, an die noch kein LCD-Fernseher heranreicht, aber eben voluminöser.

Der Grund für den Platzbedarf der Bildröhren ist die Technik: Im Inneren zwingt die Ablenkeinheit einen Elektronenstrahl auf eine gekrümmte Bahn, um ihn vom Zentrum der Mattscheibe bei Bedarf in Ecken und an die Ränder zu lenken, und das braucht Platz. Doch wollte man in der Vergangenheit die Elektronenbahn stärker krümmen, um mit der Elektronenkanone näher an die Mattscheibe rücken zu können, wurde das Bild instabil und vor allem im Randbereich unscharf.

Mit Hilfe von Computersimulationen, so Firmensprecher Bryan Sohn, hat Samsung SDI nun einen Sieg über die Elektronik errungen, der der Fernseher-Reihe zu ihrem Namen verhalf: Vixlim ist ein Kunstwort aus "Victory" und "Slim". Die Vixlim-Ablenkeinheit schafft statt bislang 105° einen Ablenkwinkel von 125°, so dass der Elektronenstrahl auf kürzeren Wegen eine gleich große Fläche erreicht.

Ein Fernseher mit 32 Zoll Bilddiagonale (etwa 81 Zentimeter) ist damit nicht mehr wie bisher etwa 60 Zentimeter tief, sondern nur noch 38 Zentimeter (die Bildröhre selbst nur noch 35 Zentimeter). Zu diesem Zweck musste auch der Röhren-Glaskörper mit Computerhilfe optimiert werden, um im Vergleich zum seit Jahrzehnten bewährten Design nicht an Stabilität zu verlieren.

Da Samsung die Vixlim-Fernseher mit nur kleinen Umrüstungen auf existierenden Produktionslinien herstellen kann, soll der Preis eines 32-Zoll-Fernsehers unter 800 Euro liegen - das ist etwa ein Drittel eines gleich großen LCD-Fernsehers, der ohne Standfuß allerdings nur etwa 12 Zentimeter dick ist, mit Standfuß etwa 33 Zentimeter beansprucht.

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