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Regulierung des Mobilfunkmarktes von E-Plus gefordert

Bei der Absenkung von Handy-Tarifen setzt der Mobilfunkanbieter E-Plus auf eine Regulierung des deutschen Mobilfunkmarktes.

Thorsten Dirks, Vorstand der KPN-Tochter verkündete in Düsseldorf, dass der Regulierer nun handeln müsse. E-Plus und O2 hätten im Moment höhere Kosten für den Betrieb ihrer Mobilfunknetze als die Marktführer T-Mobile und Vodafone Group. Basierend auf einem Gutachten der Beratungsfirma WIK müßten E-Plus und O2 aufgrund einer anderen Mobilfrequenz ein dichteres Mobilfunknetz flechten. Vor allem die Kosten für zusätzliche Sendemasten machten den Betrieb kostspieliger.

Dirks verlangt daher ein höheres Entgelt für Anrufe in die Netze von E-Plus und O2, als Telekom und Vodafone , welche derzeit 11 Cent pro Minute erhalten, E-Plus und O2 hingegen nur 1,4 Cent mehr pro Minute. Der Vorstand fordert, die Kosten für den Netzbetrieb auf vier Cent anzuheben. Derzeit würden die kleinen Anbieter die großen subventionieren, sagte Dirks. Das tatsächliche Kostenniveau liege nach dem Gutachten bei der Telekom und auch bei Vodafone bei fünf Cent pro Minute. Daher sei es klar, dass die Entgelte sinken müßten, was sich in fallenden Mobilfunkpreisen niederschlagen soll. Die so genannten Terminierungsentgelte sind ein wesentlicher Teil der Handy-Tarife und bilden eine Grenze für den Mindestpreis, welcher derzeit bei 15 Cent pro Minute liegt.

Dirks bezieht mit seiner Forderung nach einem höheren Entgelt Stellung zu einem Regulierungsentwurf der Bundesnetzagentur . Falls sich die Netzbetreiber nicht freiwillig auf eine Absenkung einigen können, hatte die Behörde mit einer Regulierung der Terminierungsentgelte gedroht. Die Frist für die Stellungnahmen lief an diesem Freitag aus. Nach Angaben eines Behördensprechers werden die von den Mobilfunkanbietern eingereichten Unterlagen nun gesichtet und dann darüber entschieden, wie die Regulierung aussehen könnte.

In vorangegangenen Verhandlungen hatten sich T-Mobile, Vodafone und O2 auf eine Absenkung der Entgelte auf 9,5 Cent pro Minute geeinigt und dies der Netzagentur mitgeteilt. O2 soll künftig knapp 11 Cent erhalten. Eine höhere Vergütung für E-Plus lehnten die Unternehmen jedoch ab und verwiesen dabei auf das europäische Ausland, wo die Terminierungsentgelte zum Teil deutlich höher seien. Ein Sprecher von T-Mobile bezeichnete die Forderung von E-Plus als "nicht nachvollziehbar".

Experten rechnen nun mit einer Regulierung des Mobilfunkmarktes, da eine Einigung mit E-Plus nicht zustande kam. Durch die Regulierung verspreche sich E-Plus einen "offenen und fairen Wettbewerb“, sagte Dirks. Nach Angaben von T-Mobile-Chef Rene Obermann machen die Terminierungsentgelte zwischen 10 und 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Bei einer deutlichen Absenkung drohen den Unternehmen daher erhebliche Ergebniseinbußen.

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