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Regulierer prüfen VDSL-Antrag der Telekom

25.02.2015 | 09:55 Uhr |

Die Telekom will rund 135.000 VDSL-Leitungen der Konkurrenz kappen. Die Bundesnetzagentur prüft den Antrag der Telekom.

Die Bundesnetzagentur hat nun bestätigt, dass sie von der Deutschen Telekom einen Antrag erhalten hat, um von der Verpflichtung befreit zu werden, ihren Konkurrenten VDSL-Anschlüsse über die eigenen Hauptverteiler zu ermöglichen. Sollte die Telekom die Erlaubnis erhalten, dann könnte sie um die 135.000 VDSL-Anschlüsse der Konkurrenten kappen.

Die Telekom begründet den Antrag damit, dass die Änderung notwendig sei, um Vectoring künftig auch im sogenannten Nahbereich eines Hauptverteilers einsetzen zu können. "Im Nahbereich um einen Hauptverteiler, an dem die 'letzte Meile' endet, dürfen aus technischen Gründen VDSL-Signale bisher nur dort eingespeist werden und nicht auch an den in diesem Bereich stehenden Kabelverzweigern, das sind die grauen Verteilerkästen am Straßenrand", erklärt die Bundesnetzagentur in einer Mitteilung. Dadurch sollen gegenseitige Beeinträchtigungen der VDSL-Signale infolge der Einspeisung an zwei nahe beieinander liegenden Punkten verhindert werden.

Vectoring, Glasfaser; Kabelanschluss: Die neuen Turbo-Internet-Anschlüsse

"Die Einführung von Vectoring auch im Nahbereich erfordert nach den Vorstellungen der Telekom daher eine Beschränkung der aktuell bestehenden Zugangsmöglichkeiten der Wettbewerber zur Teilnehmeranschlussleitung am Hauptverteiler", so die Regulierer.

Die zuständige Beschlusskammer der Bundesnetzagentur prüfe nun die Vorschläge der Telekom im Rahmen eines "transparenten und ergebnisoffenen Verfahrens" und werde  "mit allen interessierten Marktakteuren" ausführlich diskutieren, um dann zügig eine Entscheidung zu treffen. Am 13. März soll dazu eine erste öffentliche mündliche Anhörung stattfinden.

Die Bundesnetzagentur betont in ihrer Mitteilung, dass sie allen "technischen Möglichkeiten und neueren Entwicklungen, die zu einer Verbesserung der Breitbandversorgung beitragen können, aufgeschlossen gegenüber" stehe. Für den Erfolg des Breitbandausbaus sei es wichtig, dass alle Unternehmen faire und verlässliche Rahmenbedingungen erhalten. "Bereits im August 2013 hatte die Bundesnetzagentur in einer Grundsatzentscheidung grünes Licht für den Einsatz der Vectoring-Technik an Kabelverzweigern außerhalb der Nahbereiche gegeben", so die Bundesnetzagentur.

Die technischen Hintergründe zu Vectoring erläutern wir in diesem Artikel

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