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Regierung: Linux statt Windows

Nach den jüngsten Viren-Attacken aus dem Internet wollen Bundesregierung und Wirtschaft gemeinsam für mehr Computersicherheit sorgen. Mit der Initiative "Sichere Internet-Wirtschaft" will man sich gemeinsam dafür einsetzen, dass Internet-Sicherheit zur Chefsache zu erklärt wird, die Anwender stärker für Sicherheitsfragen sensibilisiert werden. Mit Blick auf die weltweite Dominanz von Windows will die Bundesregierung auch so genannte freie Software wie das Betriebssystem Linux fördern. Im Innenministerium wird auch darüber nachgedacht, ob verdeckte Ermittlungen - etwa in Chaträumen - erlaubt werden sollen.

Nach den jüngsten Viren-Attacken aus dem Internet wollen Bundesregierung und Wirtschaft gemeinsam für mehr Computersicherheit sorgen. Das hat Wirtschaftsminister Werner Müller mit Unternehmen und Verbänden der Informationstechnik (IT) vereinbart. Dabei waren sich alle Beteiligten darüber einig, dass vor allem die Aufklärung über Sicherheitsprobleme im Internet verbessert werden muss.

Die Initiative "Sichere Internet-Wirtschaft" sieht unter anderem vor, Internet-Sicherheit in den Firmen zur Chefsache zu machen. Auch sollen die Anwender für Sicherheitsfragen mehr sensibilisiert werden. Mit Blick auf die weltweite Dominanz von Windows will die Bundesregierung auch so genannte freie Software wie das Betriebssystem Linux fördern.

Mit einem Jahresumsatz von 200 Milliarden Mark und 1,7 Millionen Arbeitsplätzen ist die IT-Branche nach den Worten Müllers eine der wichtigsten deutschen Wirtschaftszweige überhaupt. Sie könne sich aber nur dann dynamisch weiter entwickeln, wenn das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern in die Computersysteme und ihre weltweiten Netze gestärkt werde. Um die Sicherheit im Internet zu verbessern, sei auch die Schaffung internationaler Standards notwendig.

Die Staatssekretärin im Innenministerium, Brigitte Zypries, will die Fahndungsmöglichkeiten der Polizei im Internet verbessern. Man müsse darüber nachdenken, ob verdeckte Ermittlungen - etwa in Chaträumen - erlaubt werden sollen. Zypries sprach sich außerdem für eine Art Führerschein für Sicherheitssoftware aus, da diese häufig von Hackern für böswillige Zwecke genutzt werde. Die Politikerin schlug vor, den Verkauf solcher Programme auf Personen zu beschränken, "die ein berechtigtes Interesse nachweisen" können.

Laut Telekom-Vorstand Hagen Hultzsch gibt es die technischen Möglichkeiten, gefährliche Attacken wie den "Loveletter-Virus" abzuwehren. Diese müssten jedoch von allen Unternehmen konsequent angewendet werden. Die französische Regierung sprach sich unterdessen gegen eine internationale "Cyber-Polizei" aus, wie sie in den USA vorgesehen ist. Der französische Innenminister Jean-Pierre Chevenement fordert statt dessen eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Staaten, den Behörden und der Industrie. (PC-WELT, 16.05.2000, dpa/ sp)

Cybercrime: Fruehwarnsystem gefordert (PC-WELT Online, 15.5.2000)

Streit um Cyber-Polizei (PC-WELT Online, 12.5.2000)

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