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Redtube-Abmahner Urmann ist weiter Rechtsanwalt - bis auf weiteres

04.09.2014 | 13:18 Uhr |

Der wegen seiner Redtube-Abmahnschreiben bekannt gewordene Rechtsanwalt Thomas Urmann verliert nach seiner Verurteilung nicht zwangsläufig seine Zulassung als Rechtsanwalt.

Nachdem der Abnahm-Anwalt Thomas Urmann von einem Augsburger Gericht verurteilt worden ist, hatte die Meldung die Runde gemacht, dass Urmann nach dem Urteil seine Zulassung als Rechtsanwalt verlieren würde. Doch mittlerweile klingt das wieder ganz anders, wie die Mittelbayerische Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet (Thomas Urmann hat seine Rechtsanwaltskanzlei in Regensburg, wo die Mittelbayerische Zeitung die Regionalzeitung ist).

Demnach müsse jetzt erst die Nürnberger Rechtsanwaltskammer prüfen, ob Urmann weiter als Rechtsanwalt arbeiten darf. So lange die Prüfung läuft, darf Urmann weiterhin als Rechtsanwalt arbeiten.

Redtube-Abmahner Thomas Urmann verurteilt
 
Thomas Urmann wurde wegen Insolvenzverschleppung und Sozialkassenbetrugs vom Schöffengericht zu zwei Jahren auf Bewährung, Sozialdienst und 80.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Die für Urmann zuständige Rechtsanwaltskammer Nürnberg müsse nun prüfen, ob dieses Urteil Konsequenzen für die Zulassung als Rechtsanwalt haben muss. Sofern die Kammer dies bejaht, könnte die Generalstaatsanwaltschaft ein „anwaltgerichtlichen Verfahren“ einleiten, wie die Mittelbayerische berichtet. Die Prüfung dürfte jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, mit einem schnellen Entscheid sei nicht zu rechnen.

Doch selbst wenn es im Anschluss zu einem anwaltgerichtlichen Verfahren gegen Urmann kommen würde, bedeute das nicht automatisch den Verlust der Zulassung als Rechtsanwalt. Urmann können beispielsweise auch nur zu einer Geldbuße verurteilt werden. Oder aber ihm werden bestimmte Rechtsgebiete für seine Tätigkeit als Rechtsanwalt verboten.

Die Meldung, dass Urmann nach dem Urteil wohl seine Zulassung als Rechtsanwalt verlieren würde, beruht auf einer Nachricht der Mittelbayerischen Zeitung, die unmittelbar im Anschluss an das Urteil in Augsburg Urmanns Rechtsanwalt Jan Bockemühl befragt hatte und Bockemühl so zitiert hatte, dass er davon ausgehe, dass Urmann seine Zulassung als Rechtsanwalt verlieren würde. Die Mittelbayerische Zeitung soll Bockemühl aber missverstanden haben, wie das Online-Rechtsportal Legal Tribune berichtet und die Mittelbayerische mittlerweile einräumt.

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