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Betrug und Insolvenzverschleppung

Redtube-Abmahner Urmann hofft auf Bewährungsstrafe

26.08.2014 | 13:25 Uhr |

Der für seine Redtube-Abmahnschreiben bekannte und berüchtigte Regensburger Rechtsanwalt Thomas Urmann könnte mit einer Bewährungsstrafe davon kommen. Sofern er ein Geständnis ablegt. Urmann steht nämlich wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung vor Gericht.

Die Rechtsanwaltskanzlei Urmann+Collegen schrieb monatelang Schlagzeilen, als sie an Benutzer der Videostreaming-Plattform Redtube Abmahnschreiben verschickte. Schnell stellte sich heraus, dass die Redtube-Abmahnungen auf juristisch äußerst wackeligen Beinen standen, die Klagewelle geriet zur Farce und zum Eigentor.

Überblick über das dubiose Treiben von Thomas Urmann          

Doch damit nicht genug, bald wurde bekannt, dass sich Urmann selbst vor Gericht verantworten muss. Dem umtriebigen Abmahn-Anwalt wirft die Staatsanwaltschaft Augsburg Betrug und Insolvenzverschleppung vor. In diesem Verfahren vor dem Amtsgericht Augsburg scheint sich nun ein Deal anzubahnen, wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet.

Demnach könnte Urmann mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davonkommen. Sofern Thomas Urmann ein Geständnis ablegt. Urmann soll als Geschäftsführer einer Fleisch- und Wurstfabrik Lieferanten um 390.000 Euro betrogen und Sozialversicherungsbeiträge für Angestellte nicht abgeführt haben.

Prozess verschob sich immer wieder

Das Verfahren vor dem Amtsgericht Augsburg hatte sich mehrmals verzögert. Zunächst erkrankte Thomas Urmann. Beim nächsten angesetzten Termin erschien Urmann ohne Verteidiger. Das Gericht musste Urmann, der selbst Rechtsanwalt ist, daraufhin einen Pflichtverteidiger bestellen. Danach brachte Urmann zusätzlich zu seinen Pflichtverteidigern noch eigene Rechtsanwälte mit. Weil diese sich aber erst in die Akten einarbeiten mussten, verzögerte sich der Prozess noch weiter.

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