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Betrug und Insolvenzverschleppung

Redtube-Abmahner Thomas Urmann verurteilt

29.08.2014 | 09:11 Uhr |

Das Augsburger Amtsgericht hat den durch Porno-Pranger und Redtube-Abmahnungen zu zweifelhaftem Ruhm gekommenen Regensburger Rechtsanwalt Thomas Urmann wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung verurteilt. Urmann verliert anscheinend auch seine Zulassung als Rechtsanwalt.

Der Regensburger Rechtsanwalt Thomas Urmann hat wie erwartet vor dem Amtsgericht Augsburg ein Geständnis abgelegt, wie die Mittelbayerische Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Damit nahm er den mit der Augsburger Staatsanwaltschaft ausgehandelten „Deal“ an und entging so dem Gang ins Gefängnis.

Das Augsburger Schöffengericht verurteilte Urmann wegen versuchten Betrugs, Sozialkassenbetrugs und Insolvenzverschleppung zu zwei Jahren auf Bewährung und 80.000 Euro Geldauflage. Zudem muss Urmann 80 Sozialstunden leisten.

Jan Bockemühl, der Thomas Urmann als Rechtsanwalt vor Gericht verteidigte, bestätigte gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung, dass Urmann als Folge des Urteils seine Zulassung als Rechtsanwalt verlieren soll. Und zwar dann, sobald das Urteil rechtskräftig sei. Das soll laut dem Bericht der MZ vermutlich eine Woche nach dem Urteil der Fall sein.

Das Urteil hängt nicht mit der rechtsanwaltlichen Tätigkeit von Thomas Urmann zusammen, sondern ist eine Folge von dessen Tätigkeit als Geschäftsführer eine Wurstfabrik in Gundelfingen. Obwohl die Wurstfabrik bereits zahlungsunfähig war, hatte Urmann noch Aufträge an Lieferanten verteilt. Die Urmann aber nicht mehr bezahlen konnte. Zudem konnte er die Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Der dadurch entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf 390.000 Euro.

Bundesweite Berühmtheit erlangte Urmann allerdings durch seine Tätigkeit als Rechtsanwalt. So wollte er einen Porno-Pranger ins Internet stellen und er versteigerte 70.000 Abmahnungen im Wert von 90 Millionen Euro. Das Fass zum Überlaufen brachten jedoch die vielfachen Abmahnschreiben an Nutzer des Porno-Streaming-Portals Redtube. Die Abmahnungen erwiesen sich als rechtlich äußerst fragwürdig. Urmann hat dieses Mandat schließlich niedergelegt.

Überblick: Thomas Urmann: Porno-Pranger, Abmahn-Versteigerung und Redtube-Abmahnschreiben
 

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