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RedHat kontert Microsoft-Vorschlag

21.11.2001 | 12:47 Uhr |

Linux-Distributor RedHat kontert Microsofts Angebot, als Sühne für seine monopolistischen Praktiken Schulen kostenlos mit Hard- und Software auszustatten, mit einem Gegenvorschlag, Microsoft solle lieber ausschließlich in die Hardware für die Schulen investieren. RedHat werde dann Open-Source-Software kostenlos bereitstellen. Dadurch könnten deutlich mehr Rechner angeschafft werden und die Schulen würden davon, so RedHat, mehr profitieren.

Um eine Sammelklage von Privatpersonen außergerichtlich beizulegen, hat Microsoft angeboten, eine Milliarde US-Dollar in Form von Bargeld, Schulungen, Support und Software für öffentliche Schulen zur Verfügung zu stellen (wir berichteten).

Linux-Distributor RedHat schlägt jedoch ein anderes Prozedere vor: Microsoft solle lieber ausschließlich in die Hardware für die Schulen investieren. RedHat werde dann Open-Source-Software für alle Schulen kostenlos bereitstellen. Die Schulen würden davon, so RedHat, deutlich mehr profitieren.

RedHat kritisiert an dem Vorschlag von Microsoft, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der in der außergerichtlichen Einigung vereinbarten Summe von Microsoft in Form eigener Software beglichen werden soll. Stattdessen solle der Softwareriese die Ernsthaftigkeit seines Anliegens beweisen und mehr in die notwendige Hardware investieren. Dadurch könnten die Schulen dann statt wie geplant mit 200.000 Computern mit über einer Million Rechnern ausgestattet werden. Dadurch würden an jede Schule statt etwa 14 PCs mindestens 70 Stück neu angeschafft werden.

RedHat würde jede US-Schule dann kostenlos mit RedHat Linux und Open-Source-Office-Anwendungen ausrüsten und Online-Support zur Verfügung stellen. Während der Microsoft-Vorschlag auf fünf Jahre begrenzt ist und die Schulen damit nach dieser Zeit für Upgrades und neue Lizenzen bezahlen müssten, ist das RedHat-Angebot zeitlich unbegrenzt. Updates würden über das RedHat Network kostenlos bereitgestellt.

Während Microsoft durch diese Aktion die Verbreitung seines Windows-Betriebssystems weiter festigen könnte, da sich die Schülerinnen und Schüler so frühzeitig daran gewöhnen, will RedHat genau dies verhindern. "Während wir Microsoft für die Idee applaudieren, als Teil der Strafe für monopolistische Praktiken ärmeren Schulen zu helfen, denken wir auch, dass die Wiedergutmachung kein Mechanismus sein sollte, der Microsoft erlaubt, sein Monopol noch mehr auszuweiten", so Matthew Szulik, CEO von RedHat.

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