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Red Hat und IBM wollen Linux super-sicher machen

29.09.2005 | 11:14 Uhr |

Red Hat plant mit Hilfe von IBM eine super-sichere Linux-Distribution, die auch den hohen Ansprüchen der NSA (National Security Administration) genügen soll.

Die NSA hatte schon vor Jahren von Softwareherstellern gefordert, endlich ein super-sicheres Betriebssystem für den Massenmarkt zu entwickeln. Jetzt wollen Red Hat, Trusted Computer Solutions und IBM dem Aufruf nachkommen und auf der Basis von Linux ein hochsicheres System entwickeln.

Red Hat hat bekannt gegeben, dass es sein Enterprise Linux durch das harte "Common Criteria"-Evaluationsprogramm schicken will. Die nächste Version - Red Hat Enterprise Linux 5 - erscheint Ende 2006 und könnte schon den begehrten Evaluation Assurance Level 4 (EAL4) erhalten. Dieser Level verleiht einem Betriebsystem einen vertrauenswürdigen Status, der besonders im Geschäft mit Regierungen ein Bonus ist.

Obwohl EAL4 allein eigentlich nicht viel mehr über ein System sagt, als dass es mit einer ausserordentlich hohen Zuverlässigkeit etwas bestimmtes macht. So hat beispielsweise auch Windows 2000 (SP3) den Status EAL4 bekommen, allerdings unter der Voraussetzung, dass Netzwerk-Funktionen komplett abgeschaltet sind. EAL4 zeigt aber zumindest, dass ein Software-Anbieter die erwarteten Anforderungen an seine Software exakt formulieren kann, was bei EAL4 viel bürokratischen Aufwand bedeutet.

Red Hat wäre nicht die erste Linux-Company, die für ein Produkt den Status EAL4 erhalten haben. Novell hat mit Suse Linux Enterprise Server 9 im Februar 2005 das Zertifikat bekommen. Allerdings verfolgt Red Hat einen anderen Ansatz als Novell und baut das super-sichere Linux auf der Kernel-Erweiterung SELinux auf.

Die Qualifizierung von Red Hat Linux wird im Oktober beginnen und rund 15 Monate bis zur Anerkennung des EAL4-Status dauern. Sein Debut hat das gestählte Linux erst im Community-Projekt Fedora, das auch als Testplattform für Features und Softwarepakete gilt, die dann später in Red Hat Enterprise Linux aufgenommen werden.

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