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UpCom kauft alte Handys auf

19.09.2009 | 12:47 Uhr |

Der Telekomhändler UpCom hat auf der Elektronikfachmesse Futura ein Geschäftskonzept präsentiert, das den Rückkauf und die Wiederverwertung von Althandys zum Gegenstand hat. Unter dem Motto "Alte Handys = Neue Kunden" kauft UpCom gebrauchte, funktionstüchtige und auch defekte Mobiltelefone vom Endkunden zurück und führt diese mit Hilfe von Partnern einer qualitativen Verwertung zu.

Das geschieht entweder durch Weiterverkauf von Geräten sowie einzelnen Bauteilen auf internationalen Märkten oder durch Recycling der Rohstoffe. Interessierte Kunden können im Fachhandel über eine in Österreich geschriebene Webapplikation rasch entsprechende Preisauskünfte für über 1.000 in Frage kommende Modelle erhalten. Im Falle eines Ankaufs erhalten Verkäufer von gebrauchten Geräten entweder einen Gutschein oder Bargeld vom Fachhändler. UpCom beabsichtigt mit der nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens zählenden Sammelinitiative, die Frequenz in einem nicht mehr ganz so dynamischen Markt anzukurbeln und hofft darüber hinaus, positive Umwelteffekte zu erzielen. "Allein in Österreich gehen jährlich rund drei Mio. Mobiltelefone über die Ladentische. Es gibt dafür zwar einen überschaubaren Second-Hand-Markt, von einer strukturierten Rückführung oder gar einem geschlossenen Produktverwertungszyklus kann jedoch keinesfalls gesprochen werden", gibt Franz Schwalb-Schich, Vertriebsleiter von UpCom, gegenüber pressetext zu bedenken.

Experten zufolge soll die Verwertungsquote bei mobilen Endgeräten sogar unter fünf Prozent liegen. Gelänge es in Österreich, nur zehn Prozent oder rund 300.000 Geräte so rückzuführen, könne sowohl in Marketing-technischer als auch in ökologischer Hinsicht von einem großen Erfolg gesprochen werden. "Von zentraler Bedeutung ist es jedoch, den Einzelnen für die Problematik zu sensibilisieren", meint Schwalb-Schich weiter. Abwicklung und Administration erfolgen mit wenig Aufwand über ein Online-Tool beim Fachhändler. Interessierte geben einfach die IMEI-Nummer oder Type des jeweiligen Geräts ein und erhalten eine Preisauskunft. In der Regel erhalten Kunden für bis zu drei Jahre alte Geräte Beträge zwischen drei und 250 Euro, wobei den Händlern die Möglichkeit gegeben wird, in der Abwicklung bis maximal 15 Prozent mitzuverdienen. Das Gerät muss dafür einer kurzen Funktionsprüfung unterzogen werden, da defekte Geräte - etwa im Falle von Display- oder Wasserschäden - nur gegen Abschlag angekauft werden.

Modelle von bisher 17 Herstellern werden sodann entweder einer Frischzellenkur unterzogen und durch international operierende Geschäftspartner weiterverkauft oder eben einer modernen Recyclingkette zugeführt. "Dabei ist es uns ein großes Anliegen, dass die von uns gesammelten Modelle nicht auf den Hinterhöfen der dritten Welt landen. UpCom wird alle seine Möglichkeiten ausschöpfen, dass Menschen nicht zu Schaden kommen und die Geräte qualitativen und effizienten Recyclingverfahren zugeführt werden", betont Schwalb-Schich.

Der Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons beträgt im Schnitt nicht mehr als 20 Monate, Tendenz weiter fallend. Meist sorgen Tiefentladungen der Lithium-Ionen-Akkubatterien für das frühe Aus und ein Nachkauf von Akkumulatoren zahlt sich aus Sicht der Telefonierer meist nicht aus. Die Apparate enthalten jedoch zahlreiche Roh- und Kunststoffe - beispielsweise sind in einer Tonne Handys verschiedene Edel- und Sondermetalle wie Silber, Gold, Palladium oder Kupfer im Wert von durchschnittlich 15.000 US-Dollar verbaut. "Einerseits erfordert der nicht mehr so dynamische Markt neue Ideen und Geschäftsfelder. Als Drehscheibe zwischen Industrie, Netzbetreibern und Fachhandel hoffen wir natürlich, dass sich viele Händler und Handybesitzer an der Aktion beteiligen", so Schwalb-Schich. Andererseits sei durch das abgestufte Verwertungsmodell von UpCom auch ein ökologischer Mehrwert erzielbar.

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