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Recycling-Kosten pro Gerät geringer als angenommen

28.07.2006 | 10:51 Uhr |

Der Wettbewerb bei Recycling-Systemen führt in Europa zu Kosten im Cent-Bereich für die Verbraucher.

HP hat neue Daten zum Stand der Implementierung der WEEE-Richtlinie fast ein Jahr nach Verabschiedung der entsprechenden Gesetze in verschiedenen europäischen Ländern veröffentlicht. Aus dieser Studie geht hervor, dass die Recycling-Kosten nach der WEEE-Implementierung im Verhältnis zum Preis des Endprodukts geringer ausfallen als anfänglich angenommen.

Die Studie hat gezeigt, dass die Kosten für Rücknahme und Recycling elektronischer Komponenten vor allem in Ländern mit einem eher wettbewerbsorientierten Markt für das Elektronik-Recycling geringer ausfallen. Die Kosten sind hingegen in jenen Ländern höher, in denen kein Wettbewerb existiert und in denen die Industrie nur auf einen Anbieter zurückgreifen kann. Österreich, Deutschland und Spanien verfügen beispielsweise über relativ junge, aber dennoch sehr dynamische Rücknahme- und Recycling-Systeme mit hohem Wettbewerb. Hier liegen die Kosten lediglich bei einigen Euro Cent je Produkt. Aktuelle Berechnungen haben für jeden verkauften HP Notebook-PC folgende Kosten ergeben: 0,07 EUR in Deutschland, 0,20 EUR in Spanien und 0,39 EUR in Österreich. Im Gegensatz dazu sind die Kosten in Belgien und in der Schweiz höher, da hier kein Wettbewerb existiert.

"Kunden in ganz Europa teilen die Annahme, dass das Recycling elektronischer Komponenten schon immer hohe Kosten mit sich gebracht hat. Da HP stets die Auffassung vertreten hat, dass Wettbewerb zu Kostensenkungen führt, sind wir von den tatsächlichen Einsparungen angenehm überrascht", so Klaus Hieronymi, Direktor Umweltmanagement HP EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika).

Die unterschiedlichen Ausprägungen des Wettbewerbs haben zu erheblichen Unterschieden bei den Recycling-Kosten in Europa geführt. Das Recycling eines PDA (Personal Digital Assistant) kostet die Verbraucher beispielsweise 0,01 EUR in Spanien, 0,02 EUR in Österreich, 0,41 EUR in Belgien und 1,33 EUR in der Schweiz.

Hieronymi sagt weiter: "HP arbeitet in ganz Europa mit verschiedenen Organisationen zusammen, um eine wettbewerbsorientierte Umgebung für die Anbieter von Elektronik-Recycling zu schaffen. Wir hoffen, dass dies zu den geringstmöglichen Kosten führen wird, bei gleich bleibend hohen Recycling-Standards. Von dieser Entwicklung werden sowohl die Verbraucher als auch die Umwelt profitieren."

Die Studie hat jedoch auch ergeben, dass die Hersteller von Land zu Land sehr unterschiedlich an den Kosten für Rücknahme und Recycling beteiligt werden. In Deutschland, in den Niederlanden, in Norwegen und Schweden werden Herstellern wie HP die tatsächlichen Rücknahme- und Recycling-Kosten für zurückgegebene Produkte in Rechnung gestellt. In Österreich und Spanien wird eine Gebühr für jedes verkaufte Kilo erhoben, und in Belgien sowie in der Schweiz fallen Abgaben für jedes verkaufte Gerät an.

"Im Zuge unserer Evaluierung haben wir herausgefunden, dass für die Hersteller keine konsistenten Standards existieren. HP hat sich stets zum Ziel gesetzt, die Kosten für die Verbraucher zu minimieren. Die unterschiedlichen Gebührensysteme in Europa können kostengünstiges Recycling zu einer echten Herausforderung machen", betont Hieronymi. (mf)

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