Neue Masche?

1. Abmahnung wegen fremden Fotos auf Facebook-Pinnwand

Dienstag, 10.04.2012 | 13:10 von Panagiotis Kolokythas
1. Abmahnung wegen fremden Foto auf Facebook-Pinnwand
Vergrößern 1. Abmahnung wegen fremden Foto auf Facebook-Pinnwand
Rechtsanwälte berichten, dass zum ersten Mal ein Facebook-Nutzer abgemahnt worden ist, auf dessen Pinnwand ein Dritter ein Foto hoch geladen hatte, an dem er nicht die Rechte besaß.
Die Rechtsanwalts-Kanzlei Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum Partnerschaft berichtet am Dienstag in ihrem Blog lhr-law.de von der "ersten Facebook-Abmahnung wegen eines fremden Fotos an der Pinnwand". Demnach habe ein Mandant der Kanzlei eine Abmahnung wegen der öffentlichen Zugänglichmachung eines Lichtbilds auf Facebook erhalten. Das besondere an dem Fall sei aber, dass nicht der Abgemahnte selbst das Bild auf Facebook hoch geladen habe - hier wäre die Rechtslage klar: Der Abgemahnte ist schuldig - sondern dass das betreffende Bild von einem Dritten auf die Pinnwand des Abgemahnten hoch geladen wurde. "Dieser kann naturgemäß gar nicht überprüfen, ob derjenige auch Rechteinhaber ist, der aus der Pinnwand postet", so Rechtsanwalt Arno Lampmann, in seinem Blog-Eintrag.

Der Rechtsanwalt äußert den Verdacht, dass der Abmahner von einer ARD-Ratgeber-Fernsehsendung inspiriert worden sein könnte, die am 31. März 2012 lief und in der Rechtsanwälte darauf hingewiesen hätten, dass Facebook-Nutzer auch für Inhalte haftbar gemacht werden önnten, die von Dritten auf der Pinnwand veröffentlicht wurden.

"Die uns nun vorliegende Abmahnung, die sicherlich nicht die letzte bleiben wird, ist trauriges Zeugnis dafür, dass man bei den Betrieb einer Facebook-Seite auch und gerade als Privatperson nicht vorsichtig genug sein kann", so Lampmann und weiter: "Die Gefahr, wegen Rechtsverletzungen in Anspruch genommen zu werden, ist offensichtlich größer als viele denken."

Im konkreten Fall ist derzeit noch unklar, welchen Schadensersatz der Abmahner bei dem Abgemahnten geltend machen wird. In der Abmahnung fordert der Abmahner die sofortige Entfernung des beanstandeten Bildes und eine mit einer Vertragsstrafe bewehrte Unterlassungserklärung. Die Höhe des Schadensersatzes will der Abmahner erst dann berechnen, wenn er vom Abgemahnten die Information erhält, wie lange das Bild auf der Pinnwand gewesen ist.

Dienstag, 10.04.2012 | 13:10 von Panagiotis Kolokythas
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (12)
  • Feuerfux 02:38 | 13.04.2012
  • dnalor1968 19:57 | 12.04.2012

    Deshalb: Finger weg von Facebook!

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  • cf1807 00:14 | 12.04.2012

    Wie die Deutschen ihr Geld verdienen

    Für mich stellt sich die Frage, was in unserem Land eigentlich wirklich los ist, dass so viele Menschen anscheinend nur noch durch dubiose Aktionen Geld verdienen können, oder wollen. Solche Abmahner sollten es doch einfach mit ehrlicher Arbeit versuchen. Traurig, das die Deutsche Gerichtsbarkeit da nicht endlich einen Riegel vorschiebt. Das hat nichts mehr mit Urheberrechstschutz zu tun, sondern ist einfach nur bescheuert.

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  • Jiry 14:28 | 11.04.2012

    ... wenn jetzt Rechtsanwälte dieses Geschäftsmodell erkennen, dann darf man sich über "neue" Freunde nicht mehr wundern. Und @Macht, auch wenn du ohne Klarnamen da stehst, wenn es um Geld geht finden sie dich.... LG Jiry

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  • M8 13:29 | 11.04.2012

    Schulden müssen bezahlt werden

    Zitat: gjhvmhbn
    Der Aussage ist nichts hinzuzufügen, als, schleunigst seinen Account auf Facebook zu kündigen!
    Gefällt mir! ;-) Davon ab, wer sich mit Realnamen im Gesichtsbuch anmeldet = selber schuld! Damit: Schuld.

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