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Rechtsradikale Web-Site verboten

10.10.2000 | 16:16 Uhr |

In Australien ist erstmals eine Webseite verboten worden, die die Existenz des Holocaust bestreitet. Das Adelaide Institut muss entsprechendes Material von seiner Webseite entfernen. Der in Deutschland geborene Direktor des Institutes, Fredrick Toben, kündigte an, er werde die Anweisung nicht befolgen.

In Australien ist erstmals eine Webseite verboten worden, die die Existenz des Holocaust bestreitet. Wie die Vorsitzende der zuständigen Menschrechtskommission, Kathleen McEvoy, bekannt gab, muss das Adelaide Institut entsprechendes Material von seiner Webseite entfernen.

Als Begründung führte McEvoy an, die Schriften existierten hauptsächlich, um jüdische Menschen zu erniedrigen. Der in Deutschland geborene Direktor des Institutes, Fredrick Toben, kündigte an, er werde die Anweisung nicht befolgen.

Toben muss sich nach Anordnung von McEvoy außerdem schriftlich bei der jüdischen Gemeinde in Australien entschuldigen. "Ich werde nichts dergleichen tun", sagte Toben der australischen Nachrichtenagentur AAP, "warum sollte das jemand verletzend finden? Wir feiern die Lebenden, von denen man annahm, dass sie alle tot sind."

Die Präsidentin des Exekutivrates des australischen Judentums, Nina Bassat, begrüßte die Entscheidung der Menschrechtskommission, und bezeichnete Tobens Verhaltensweise zugleich als schmerzhaft. Sie kündigte als nächsten Schritt ein Verfahren vor dem obersten Gerichtshof Australiens an.

Toben sagte, er sei bereit, ein weiteres Mal ins Gefängnis zu gehen. Er hatte im vergangenen Jahr bereits in Deutschland sieben Monate wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener in Haft verbracht. (PC-WELT, 10.10.2000, dpa/ mp)

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