22.12.2008, 16:42

Frank Ziemann

Rechte statt Lizenz

Mozilla schafft EULA für Firefox ab

Statt der bisherigen Lizenzvereinbarung, die bei der Installation akzeptiert werden musste, wird Firefox 3.0.5 mit einer Auflistung der Nutzungsrechte ausgeliefert. Damit reagiert Mozilla auf Kritik aus Open-Source-Kreisen.
Mozilla hat in der letzten Woche mit Firefox 3.0.5 eine neue Version seines Web-Browsers bereit gestellt, die eine Reihe von Sicherheitslücken beseitigt. Eher unbemerkt ist jedoch geblieben, dass Mozilla dabei auch die bisherige Lizenzvereinbarung (EULA, End User License Agreement) ersetzt hat. Der mit Firefox 3.0.1 eingeführte EULA-Dialog war von der Linux-Gemeinde, besonders den Ubuntu-Entwicklern und -Nutzern, scharf kritisiert worden.
Mozilla hat für die Nutzung seines Browsers unter dem Namen Firefox die Bedingung gestellt, dass die EULA beim ersten Aufruf des Programms eingeblendet und vom Benutzer bestätigt werden muss. Die Kritiker dieser Bedingung monierten, dass dies nicht zum Geist des Open-Source-Gedankens passe. Außerdem wurden die sehr formalen Formulierungen kritisiert. Zudem sei eine EULA in Unternehmen rechtlich problematisch, weil Anwender meist nicht im Namen ihrer Firma einer Lizenzvereinbarung zustimmen dürften.
Mitchell Baker, Vorsitzende der Mozilla Foundation, hat im September auf die Kritik reagiert und Besserung gelobt. Das hat Mozilla mit der Veröffentlichung von Firefox 3.0.5 umgesetzt. Es wird keine Lizenzvereinbarung eingeblendet, aber die Anwender können sich ihre Rechte anzeigen lassen. Diese haben sich zwar nicht grundlegend geändert, sind jedoch in einer weniger förmlichen Sprache verfasst. Die URL "about:rights", in der Adresszeile von Firefox eingegeben, ruft eine lokale Seite in der jeweiligen Sprache der Firefox-Installation auf.
Darin sind vier Eckpfeiler der Nutzungsrechte knapp zusammen gefasst. Für weitere Details zu den vier Stichpunkten ist jeweils ein Link enthalten, der in drei Fällen zu englischen Texten auf der Mozilla-Website führt. Für die so genannten Website-Dienste, etwa den von Google zugelieferten Phishing-Schutz "SafeBrowsing", gibt es eine übersetzte lokale Seite. Deren Formulierungen sind allerdings, zumindest in der deutschen Fassung, wie gehabt recht formal gehalten.
Die wesentliche Forderung der Linux-Gemeinde, den Verzicht auf das Erfordernis eines EULA-Dialogs, hat Mozilla damit jedoch erfüllt.
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