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Hersteller antwortet auf Badware-Vorwürfe

22.02.2008 | 15:16 Uhr |

Real Networks hat auf die Einstufung des RealPlayer als Badware durch Stopbadware.org mit Unverständnis reagiert. Allerdings hat der Hersteller auch eigene Fehler eingeräumt.

Die Initiative Stopbadware.org hat Anfang Januar die Versionen 10.5 und 11 des RealPlayer als "Badware" eingestuft und eine entsprechende Warnung veröffentlicht. Am 12. Februar haben die Sicherheitsaktivisten noch einmal nachgelegt, eine ausführliche Analyse und Begründung ins Netz gestellt. Real Networks, Hersteller der inkriminierten Software, hat nun auf die Vorwürfe reagiert. Man sei über die Einstufung als Badware erstaunt, da durch die beanstandeten Eigenschaften des Programms niemand zu Schaden gekommen sei.


Jeff Chasen, für den RealPlayer verantwortlicher Vizepräsident bei Real Networks, hat zu den Beanstandungen im Unternehmens-Blog Stellung genommen. Er verstehe die ganze Aufregung nicht, es würde doch niemand geschädigt. Er räumt allerdings auch ein, dass sein Unternehmen Fehler gemacht habe.

Er gesteht selbst zu, das im RealPlayer 10.5 für Windows beanstandete Message Center habe auch ihn genervt und so habe er es abgeschaltet. Das sei nicht weiter schwierig, das müsste doch jeder schaffen. Da auch viele Kunden sich über das Message Center beschwert hätten, sei es in der aktuellen Version 11 per Voreinstellung deaktiviert.

Die Behauptung, das Message Center sei so einfach abzuschalten, geht allerdings etwa an der Realität vorbei. Immerhin müssen genervte Anwender zunächst im Menü "Tools" des Players den Punkt "Preferences" finden (oder im Message Center unter "Options"). Dort finden sich Einstellmöglichkeiten für das Message Center, jedoch keine zum ausdrücklichen Abschalten. Lediglich das Überprüfen auf neue Nachrichten lässt sich deaktivieren - dass damit das Message Center abgeschaltet wird, ist so zunächst nicht erkennbar (vergleiche Bild).

Bei RealPlayer 11 kritisiert Stopbadware.org, dass ohne besonderen Hinweis die "Rhapsody Player Engine" mitinstalliert und bei der Deinstallation des RealPlayer nicht entfernt wird. Hier räumt Chasen ein, da sei seinem Unternehmen ein Fehler unterlaufen. Man habe diesen Mangel schlicht übersehen - dies sei aber etwas, das allgemein als "Bug" zu bezeichnen sei und keine böse Absicht. Chasen erläutert, die Rhapsody Engine sei der Player für Real Networks eigene Dateiformate und sei integriert wie die Abspielfunktionen für Fremdformate, etwa Quicktime oder Windows Media. Bei der nächsten Version werde dieser Fehler ausgeräumt, verspricht Chasen.

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