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Reaktionen auf das Telekom-Angebot

17.12.2000 | 22:00 Uhr |

Die Reaktionen der deutschen Internetprovider lassen nicht darauf schließen, dass das Kriegsbeil zwischen der Deutschen Telekom und den Providern bald begraben werden könnte. Denn deren Reaktionen auf das Angebot der Telekom sind - erwartungsgemäß - ablehnend.

Die Reaktionen der deutschen Internetprovider lassen nicht darauf schließen, dass das Kriegsbeil zwischen der Deutschen Telekom und den Providern bald begraben werden könnte. Denn deren Reaktionen auf das Angebot der Telekom für eine Großhandels-Flatrate sind - erwartungsgemäß - ablehnend.

"Kein Endnutzer werde von der Flatrate profitieren", so ein Sprecher von AOL-Deutschland am Freitag. Außerdem sei bei dem Unternehmen bislang noch kein Angebot eingegangen.

Einen Tag zuvor hatte die Telekom, wie von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vor einem Monat gefordert, den Internet-Providern überraschend schnell einen Pauschaltarif ab dem 15. Dezember angeboten. Dieser liegt bei 4800 Mark pro Monat für einen Anschluss mit 30 Kanälen. Das Angebot könne an den rund 1600 Vermittlungsstellen der Telekom in Anspruch genommen werden, hieß es. Es entspreche einem Pauschalpreis pro Endkunde, der deutlich unter der vom Kartellamt geforderten Preisobergrenze von 79 Mark liege.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM bezeichnete das Angebot am Freitag als eine "Mogelpackung". Die Telekom nutze einmal mehr ihre Monopolstellung aus, erklärte Geschäftsführer Jürgen Grützner in Köln. Die Wettbewerber könnten die Vermittlungsstellen nämlich nur erreichen, wenn sie teure Zuleitungen der Telekom anmieteten oder in den Netzausbau investierten.

Nach einem Bericht des Onlinemagazins teltarif.de wird die Entscheidung der Telekom nicht zu einem Flatrate-Boom in Deutschland führen. So würden die Internetanbieter weiterhin das Risiko tragen, dass Flatrate-Kunden quasi Standleitungen ins Internet aufbauen. Mit der neuen Pauschale könnten sie aber die Preise für das Internet by Call für die Endkunden nochmals um 20 bis 25 Prozent senken.

Die Telekom wolle nur Zeit gewinnen, denn für Onlinedienste rechne sich ihr Angebot nicht, erklärte, das Vorstandsmitglied des Internetproviders AddCom AG (München), Julian Riedlbauer (PC-WELT Online berichtete darüber am Freitag). Mit der Einführung eines Pauschaltarifs nach britischem Vorbild habe die Telekom aber einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

In Großbritannien, dem einzigen Land in Europa, das eine Großhandelspauschale für Onlinedienste bietet, hatte nach Angaben des VATM die British Telecom ursprünglich ebenfalls nur die Zuführung bis zur Teilnehmer-Vermittlungsstelle angeboten. Im November ordnete die dortige Regulierungsbehörde Nachbesserungen an. Etwas Ähnliches erwarten nun vermutlich die Internetprovider in Deutschland auch. Die Bonner Regulierungsbehörde wollte das Angebot der Telekom bisher nicht bewerten. (PC-WELT, 17.12.2000, dpa/ hc)

PC-WELT Report: Telekom bringt Großhandels-Flatrate

PC-WELT Report: Die Flatrate-Entscheidung

Telekom unterliegt im Streit um Internetpauschale (PC-WELT Online, 15.11.2000)

Streit um Internet-Pauschaltarif (PC-WELT Online, 13.11.2000)

Verliert Telekom ihr Monopol? (PC-WELT Online, 10.11.2000)

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