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Raubkopierer-Server beschlagnahmt - "Kunden" droht Klage

02.12.2005 | 16:17 Uhr |

In Coburg wurden mehrere Server sichergestellt, über die gegen Bezahlung weit über 1000 Personen Zugriff auf illegale Raubkopien von Filmen und Spielen erhielten.

Der "Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen" ( GVU ) meldet einen neuen Erfolg gegen Raubkopierer. Am Donnerstag wurden die Geschäftsräume eines IT-Unternehmens in Coburg durchsucht. Vorangegangen waren monatelange Untersuchungen durch die Spezialisten der Kripo Coburg und des Landeskriminalamtes Bayern. Bei der Aktion vom Donnerstag wurden Server sichergestellt, die unter Namen wie "Temptation" und "Paradise Island" von über 1000 Personen dafür genutzt wurden, um gegen Bezahlung illegale Kopien von Kinofilmen und Spielen über das Internet herunterladen zu können.

Zeitgleich durchsuchte die Polizei die Privaträume eines 26-jährigen Mannes in Brilon. Dessen PC stand in Verbindung mit den Servern in Coburg. Von dem Rechner aus steuerte der Mann den Torrenttracker. Der geständige Mann gab an, dass über den Server in einem Zeitraum von einem Jahr rund 130 Terrabyte an Daten hochgeladen worden seien und sich über 1200 Kunden über die Server mit Raubkopien versorgten.

Die GVU spricht von einem Schlag gegen die Szene, denn die Server galten in Europa in Raubkopiererkreisen als "Top-Server" - davon sollen in Europa rund 50 Stück existieren. In der Szene würden die Server dafür genutzt, um "sehr schnell nach oder sogar noch vor der legalen Markteinführung eine große Anzahl von Spielen, Filmen und Musiktiteln in guter Qualität" bereitzustellen, so die GVU. Die Anzahl der Mitglieder dieser Szene werden auf 300 Personen geschätzt.

Szenemitglieder und Kunden erhielten für 30 bis 140 Euro im Monat Zugriff auf die Server. Sie durften für das Geld die über die Server bereitgestellten Inhalte herunterladen und verbreiteten sie dann im Internet weiter.

Derzeit werden die sichergestellten Server durch Spezialisten der Behörden ausgewertet. Sowohl den Serverinhabern als auch den Kunden, die sich der Server bedienten, drohen Verfahren wegen Verstößen gegen das Urheberrechtsgesetz, was mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet wird.

"Aber auch die Betreiber und Bereitsteller der noch aktiven illegalen Server sollten sich nicht sicher fühlen", sagt Jochen Tielke, Geschäftsführer der GVU. "Wir lassen nicht locker. Sowohl die Analyse der sichergestellten Server wie auch andere laufenden Ermittlungen werden in Zukunft zu weiteren Durchsuchungen führen."

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