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Raubkopierer: Microsoft meldet Erfolg gegen chinesisches Softwarefälscher-Syndikat

24.07.2007 | 16:59 Uhr |

Einen erneuten Erfolg gegen Raubkopierer meldet Microsoft. Demnach wurden in der vergangenen Woche nach jahrelangen Ermittlungen Razzien gegen einen Softwarefälscher-Ring in der südchinesischen Provinz Guangdong durchgeführt. Die Ermittlungen wurden vom FBI und dem China Public Security Bureau (PSB) geleitet und seitens Microsoft unterstützt.

Dem Software-Fälscherring wird vorgeworfen, Microsoft-Software im Wert von mehr als zwei Milliarden US-Dollar hergestellt und weltweit verbreitet zu haben. Die Raubkopien wurden laut Angaben von Microsoft in mehr als 27 Ländern auf fünf Kontinenten verbreitet, darunter auch in Deutschland. Insgesamt sollen mehr als 13 Microsoft-Produkte gefälscht worden sein, darunter Windows Vista, Office 2007, Windows XP und Windows Server. Die Fälschungen wurden in mindestens acht Sprachen produziert, darunter in Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Kroatisch.

"Mehr als 55.000 Raubkopien wurden direkt mit diesem südchinesischen Syndikat in Verbindung gebracht. Sie stammten aus Beschlagnahmungen von Vollzugs- und Zollbehörden, Einreichungen von Microsoft-Kunden und -Partnern sowie Testkäufen", heißt es seitens Microsoft. Die Anzahl der entdeckten Raubkopien dürfte aber schätzungsweise nur ein Prozent der geschätzten sechs Millionen Raubkopien ausmachen, die durch das Syndikat weltweit vertrieben wurden. "In Deutschland liegen derzeit etwa 700 gefälschte Produkte vor, die von dem chinesischen Syndikat stammen. Auch hier dürfte dies maximal einem Prozent der tatsächlich verkauften Fälschungen entsprechen", so Microsoft.

Das Syndikat fälschte nicht nur Microsoft-Software, sondern unter anderem auch Produkte von Symantec. Ingesamt wurden bei den Razzien in China über 290.000 Datenträger mit einem Wert von über eine halben Milliarde US-Dollar beschlagnahmt. Ein Dutzend Verdächtiger wurden verhaftet, denen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren droht. 70 Prozent der Raubkopien sollen nach Angaben der Behörden in die USA geliefert worden sein. Insgesamt wurden sechs Produktionsstätten stillgelegt.

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