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Warner Bros. rekrutiert Studenten als Piraterie-Spione

30.03.2010 | 12:10 Uhr |

Das Filmstudio Warner Bros. rekrutiert Studenten, die im Netz nach Download-Piraten jagen sollen.

Im Kampf gegen die Piraterie wurde bisher noch kein Allheilmittel gefunden. Nun will der britische Ableger von Warner Bros. technikaffine Studenten beschäftigen, die innerhalb eines zwölfmonatigen Praktikums den Piraten nachspionieren und auf die Schliche kommen sollen, berichtet TorrentFreak.

Bot-Entwicklung und Fake-Einkäufe

Zu den Aufgaben der Studenten zählt etwa das Einrichten von Accounts auf privaten Torrent-Seiten. Aber auch die Entwicklung von Bots, mit denen Filesharing-Links aufgespürt werden, soll von ihnen übernommen werden. Außerdem müssen die Studenten vorgetäuschte Einkäufe von illegalen Downloads durchführen, das Web allgemein nach illegal verbreiteten Warner-Inhalten durchsuchen und eine Informationsammlung zu Portalen und verbreiteten Werken anlegen.

Gefragt sind vor allem Studenten, die technische Studien belegen und sich den genannten Aufgaben gewachsen fühlen, wie der Jobbeschreibung zu entnehmen ist. Vorkenntnisse mit Filesharing-Netzwerken sind durchaus erwünscht. Gleichzeitig sollen die Studenten auch lernen, wie konkret gegen die illegale Verbreitung von geschützten Inhalten vorgegangen wird. Daher soll der Job auch das Versenden von Löschaufforderungen beinhalten.

Nicht ungewöhnlich

Dass Unternehmen Personen beschäftigen, die durch das Piraterie-Netz jagen ist nicht ungewöhnlich. "Wir selbst machen das zwar nicht, aber in der Branche wird durchaus auf Hilfskräfte zurückgegriffen, um Urheberrechtsverletzungen aufzuspüren", erklärt Jan Scharringhausen, Jurist bei der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen ( GVU ), im Gespräch mit pressetext. Die Gegenseite bemühe sich sehr darum, zu verhindern, dass automatisiert dagegen vorgegangen werden könne.

"Deshalb muss dem Piraterie-Problem zumeist händisch nachgegangen werden. Es ist am Ende das einzige Mittel, um die illegale Verbreitung von Inhalten zu bekämpfen", so Scharringhausen. Auch aus der Musikindustrie sei es bekannt, dass Personen bzw. Firmen beauftragt werden, der Piraterie beizukommen.

19.500 Euro

Zwar wird aus dem Warner-Stellenangebot nicht ganz deutlich, wie viele Personen den Job bekommen sollen, aber dafür gibt es klare Aussagen über das Gehalt. Für das Praktikumsjahr sollen insgesamt rund 19.500 Euro bezahlt werden. Starten wird es mit Juli dieses Jahres.

(pte)

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