10.05.2010, 10:42

Hans-Christian Dirscherl

Gegen Google & Raubkopien

Was Microsoft mit den Office Web Apps plant

Mit der demnächst erscheinenden finalen Version der Office Web Apps, also der kostenlosen Online-Variante von Office 2010, will Microsoft gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Wenn Microsoft demnächst die Neuauflage seines Office-Pakets auf den Markt bringt, ist vieles anders als bei den letzten Neuvorstellungen eines Office-Paketes. Denn mittlerweile stehen viele gängige Office-Funktionen kostenlos via Online-Anwendungen (Cloud Computing) zur Verfügung. Das dürfte so manchen Anwender und so manches Unternehmen ins Grübeln bringen, ob sich die kostspielige Anschaffung von Office 2010 lohnt.
Microsoft ist sich dieses Problems bewusst und stellt deshalb mit den Office Web Apps auch eine ebenfalls kostenlose Online-Variante von Office 2010 vor, allerdings mit reduziertem Funktionsumfang. Zudem bastelt Microsoft an einem in Facebook integrierten Office, dem Docs for Facebook.
Der Hauptkonkurrent, den Microsoft mit den Office Web Apps angreifen will, heißt Google Texte und Tabellen – DAS Online-Gratis-Office schlechthin (´für Unternehmenskunden gibt es auch eine kostenpflichtige Variante mit zusätzlichen Funktionen). Doch Microsoft verfolgt mit den Office Web Apps noch weitere Ziele, wie Stephen Elop, President of Microsoft Business Division, in einem Interview mit der Seattle Times ausführt. Ganz gezielt will Microsoft mit den Office Web Apps auch Anwender gewinnen, die bisher noch nicht mit Microsoft Office gearbeitet haben. Außerdem will man Benutzer von Raubkopien auf die legale Seite ziehen, sprich: Wer bisher eine nicht lizensierte Office-Variante nutzt, soll in Zukunft mit den legalen Office Web Apps arbeiten. Und daran vielleicht so viel Gefallen finden, dass er/sie doch noch das kostenpflichtige Office 2010 erwirbt.
Vorschaugrafik: Die besten Office 2010-Funktionen für Unternehmen - klein
Eine weitere Zielgruppe sind Elop zufolge Benutzer einer sehr alten Office-Variante wie beispielsweise Office 2003, das noch aus der Vor-Ribbon-Ära stammt. Diese will Microsoft über den Umweg über die Office Web Apps zum Upgrade auf Office 2010 gewinnen.
Mit Office Web Apps ändert sich auch das Geschäftsmodell. Denn nun setzt Microsoft auf Werbung als Einnahmequelle in Office.
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